Samstag, November 26, 2005

"She looked back at him, wiped the tears away and said: someday, we'll be okay. someday."

My father came from Japan in 1905
He was 15 when he immigrated from Japan
He, he... he worked until he was able to buy this patch
And build a store

Let me tell you the story in the form of a dream,
I don't know why I have to tell it but I know what it means,
Close your eyes, just picture the scene,
As I paint it for you, it was World War II,
When this man named Kenji woke up,
Ken was not a soldier,
He was just a man with a family who owned a store in LA,
That day, he crawled out of bed like he always did,
Bacon and eggs with wife and kids,
He lived on the second floor of a little store he ran,
He moved to LA from Japan,
They called him 'Immigrant,'
In Japanese, he'd say he was called "Esay,"
That meant 'First Generation In The United States,'
When everyone was afraid of the Germans, afraid of the Japs,
But most of all afraid of a homeland attack,
And that morning when Ken went out on the doormat,
His world went black 'cause,
Right there; front page news,
Three weeks before 1942,
"Pearl Harbour's Been Bombed And The Japs Are Comin',"
Pictures of soldiers dyin' and runnin',
Ken knew what it would lead to,
Just like he guessed, the President said,
"The evil Japanese in our home country will be locked away,"
They gave Ken, a couple of days,
To get his whole life packed in two bags,
Just two bags, couldn't even pack his clothes,
Some folks didn't even have a suitcase, to pack anything in,
So two trash bags was all they gave them,
When the kids asked mum "Where are we goin'?"
Nobody even knew what to say to them,
Ken didn't wanna lie, he said "The US is lookin' for spies,
So we have to live in a place called Mandinar,
Where a lot of Japanese people are,"
Stop it don't look at the gunmen,
You don't wanna get the soldiers wonderin',
If you gonna run or not,
'Cause if you run then you might get shot,
Other than that try not to think about it,
Try not to worry 'bout it; bein' so crowded,
Someday we'll get out, someday, someday.

As soon as war broke out
The G.I came and they just come to the house and
"You have to come"
"All the Japanese have to go"
They took Mr. Lee
People didn't understand
Why did they have to take him?
Because he's an innocent (neighbour/labourer?)

So now they're in a town with soldiers surroundin' them,
Every day, every night look down at them,
From watch towers up on the wall,
Ken couldn't really hate them at all;
They were just doin' their job and,
He wasn't gonna make any problems,
He had a little garden with vegetables and fruits that,
He gave to the troops in a basket his wife made,
But in the back of his mind, he wanted his families life saved,
Prisoners of war in their own damn country,
What for?
Time passed in the prison town,
He wanted them to live it down when they were free,
The only way out was joinin' the army,
And supposedly, some men went out for the army, signed on,
And ended up flyin' to Japan with a bomb,
That 15 kilotonne blast, put an end to the war pretty fast,
Two cities were blown to bits; the end of the war came quick,
Ken got out, big hopes of a normal life, with his kids and his wife,
But, when they got back to their home,
What they saw made them feel so alone,
These people had trashed every room,
Smashed in the windows and bashed in the doors,
Written on the walls and the floor,
"Japs not welcome anymore."
And Kenji dropped both of his bags at his sides and just stood outside,
He, looked at his wife without words to say,
She looked back at him wiped the tears away,
And, said "Someday we'll be okay, someday,"
Now the names have been changed, but the story's true,
My family was locked up back in '42,
My family was there it was dark and damp,
And they called it an internment camp

When we first got back from camp... uhh
It was... pretty... pretty bad

I, I remember my husband said
"Are we gonna stay 'til last?"
Then my husband died before they close the camp.

aus dem Lied "Kenji" des Hip Hop Projektes Fort Minor von Mike Shinoda (Linkin Park)
das aktuelle Album heißt "The rising tied", das aktuelle Mixtape "We major" von DJ Green Lantern und Fort Minor

Freitag, November 25, 2005

Muff Potter im "Alter Stattbahnhof" in Schweinfurt

"Meister Propper" und "Lord Knorke" waren wieder unterwegs! Diesmal ging es am Donnerstagabend nach Schweinfurt. Pünktlichst trudelten wir in der abendlichen Location "Alter Stattbahnhof" ein und klärten mit dem Kassier die Formalitäten ab: Karten zum VVK hinterlegt, Überweisungsbestätigung dabei gehabt, vier Euro günstiger.
Der Stattbahnhof ist eine umgebaute Bahnhofshalle. Klingt groß, ist es aber gar nicht. In die kleine Halle passen womöglich 200 Leute hinein. Dadurch gewinnt Übersichtlichkeit und Atmosphäre.

Mit 45 minütiger Verspätung begann die erste Supportband. Cameran singen englisch, sind allesamt aus dem Schweinfurter Umland und spielten nicht schlecht. Leider hat der Frontmann eine dünne Stimme und konnte nicht allzuviel Druck hinter seine Liedtexte bringen.
Wallace hingegen konnten als Vorband überzeugen - jedenfalls "Propper" und "Knorke". Instrumental wirklich sensationell gute Stücke, abwechslungsreich und druckvoll. Ausufernde Stücke jenseits der 5 Minuten waren die Regel bei ihrem 50 minütigen Set. Leider wurde der Gesang oft durch Geschrei ersetzt; der einzige mögliche Kritikpunkt.

Nach über eineinhalb Stunden Vorbands erklommen Muff Potter die Bühne. Drei alte Tischlampen mit 60er Jahre Lampenschirmen zierten die Boxen und Verstärker und versprühten einen gewissen Flair. Die Halle war nunmehr gut gefüllt und die Stimmung wurde zusehends besser. Da Muff Potter erst neu zu meiner CD-Sammlung gestoßen sind, kannten wir nur wenige Songtexte. Alle Stücke wurden sehr gut präsentiert und man merkte, dass Muff Potter seit 1993 schon knappe 480 Konzerte gespielt haben. Alle auf der Bühne sangen mit, den Hauptgesang teilten sich die beiden Gitarristen zu gleichen Teilen; der Bassist durfte stylisch posen.

"Highlight" des Abends war natürlich "allesnurgeklaut" von ihrem neuen Album "Von wegen". "Nichts als Schall, nichts als Rauch. Kopf oder Zahl? Arsch oder Bauch?". Wir waren begeistert. Das Set wurde zweigeteilt und manche Gäste interpretierten den zweiten Teil bereits als Zugabe. Nachdem wir uns schon wieder bekleidet hatten und das Licht in der Halle wieder angemacht wurde, kamen Muff Potter noch einmal auf die Bühne und legten 15 Minuten oben drauf. Sehr sympatisch.

Die Überraschung schlechthin erwartete uns vor der Halle: es hatte in der Zwischenzeit ununterbrochen geschneit und ich war sehr froh, dass ich meine Sommerreifen seit Montag eingemottet hatte. Knorke und ich tuckerten mit knappen 80 km/h auf der Autobahn nach Hause und brauchten statt 45 Minuten gute 70 bis Bamberg.

Gute Leistung für wenig Geld. 10 Euro für 3 Bands.

Donnerstag, November 24, 2005

Running Dinner und die After Party in Bamberg

Große Betriebsamkeit in meiner Küche gestern Abend: Katha und ich haben am "Running Dinner" teilgenommen und bekamen zu unserer Überraschung die Nachspeise zugelost. Besser hätte es nicht sein können. Zudem konnte ich dadurch bei der dritten Teilnahme die dritte Speisung vorbereiten: beim erst Mal die Hauptspeise bei mir, dann beim zweiten Mal die Vorspeise bei Astrid und nun das Dessert erneut bei mir.

Katha konnte es natürlich nicht lassen, unser "Schokoladen Malheur" zu probieren. Der Name war auch Programm, denn wir ignorierten den Hinweis, die kleinen Muffins in einer selbigen Form zu backen. Allerdings bemerkte es keiner unserer vier Gäste und merkten nur an: "Das schmeckt so lecker." Wir kredenzten neben der Schokoladencreme noch leckeres Cappuccinoeis. Dazu noch ein sensationell schmeckender Weißwein von Blanchet.

Der Abend begann in einer Parallelstraße von mir bei Thomas. Als Vorspeise gab es wirklich leckeren Cesar-Salad mit Tacos und eigenem Dip. Das zweite anwesenden Team bestand aus zwei Erstsemestern (Lehramt und EUWI) und dem Kollegen von Thomas (9. Semester, WI). Die Hauptspeise sollte wir dann im COE genießen dürfen.
So einfach war es allerdings nicht. Auf unser klingeln öffnete keiner. Durch Glück und eine nette COE-Bewohnerin kamen wir dann doch rein. An einem Gemeinschaftsraum standen ein paar Studenten, wir grüßten sie und ging zum ersten angegebenen Zimmer. Wir klopften. Keiner da. Wir suchten die andere Wohnung, irrten durch das COE, wurden in den 5. Stock geschickt, fuhren mit dem Aufzug wieder runter und landeten wieder bei der Gruppe von Studenten - und fanden unsere Gastegeber.
Sie veranstalteten das Essen in einem Gemeinschaftsraum, der natürlich keine Klingel hatte! Ashley und Sarah hatten ein Indian Curry mit viel viel Reis zubereitet. Wobei Ashley gar nicht gekocht hat, sondern nur Sarah. Und beide hatten schon vorher gegessen. Die Merkwürdigkeiten reihten sich aber noch weiter an: Sarah verschwand, um Gläser zu holen - und kam nicht wieder. Sie schrieb dann Ashley, die doch noch mit uns essen wollte, eine SMS. Ashley erklärte uns dann, dass Sarah so schüchtern sei.
By the way erfuhren wir noch, dass beide gar nicht bei der Vorspeise waren, auch zur Nachspeise nicht gehen wollte und zudem Ashley sich gar nicht selber angemeldet hatte. Unglaublich. Wir wanderten dann mit dem zweiten anwesenden Team in den dritten Stock, holten Sarah wieder nach unten, überzeugten beide doch noch zur Nachspeise zu gehen und waren mehr als Pünktlich wieder bei mir zuhause.

Nach zwei geköpften Flaschen Blanchet und gegen 23 Uhr wanderten wir dann mit unseren beiden Archäologenstudenten zum Il Centro. Beide waren ohne Fahrrad unterwegs. Ich dachte gar nicht, dass Running Dinner überhaupt ohne Fahrrad funktioniert. Kurz vor 23.45 Uhr standen wir schon im Eingangsbereich des Il Centro und kamen dank unserer Teilnahme doch noch auf die Party.
Katha blieb nicht lange. Magenkrämpfe verhinderten einen längeren Abend. Wir vermuten, dass die Kombination aus Prosecco, Rotwein, Weißwein, nochmal Weißwein und dem Indian Curry der lieben Katha nicht bekommen ist.
Alle anderen üblichen Verdächtigen tummelten sich auf der After Party. Gegen 2 Uhr leerten sich dann die Räume des Il Centro. Wir blieben noch bis zum bitteren Ende. Balu lief schon mal nach Hause, da er ebenfalls ohne Fahrrad zur Feier gekommen ist und schon Nudeln kochen wollte.
Nach feinen "Chefkoch Balu"-Nudeln fiel ich müde, satt und erschöpft gegen 5.30 Uhr ins Bett.

Keep running. Immer wieder ein Erlebnis.

Mittwoch, November 23, 2005

Maximo Park im Hirsch in Nürnberg

Gestern Abend stand ein weiteres Konzert auf meinem Programm: Maximo Park, eine der Entdeckung dieses Jahres, spielten ihre erste Deutschlandtour und gastierten in Nürnberg.

Linda, die mich an diesem Abend begleitete, und ich waren eine halbe Stunde nach Einlaß und eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Beginn im Hirschen und ich war überrascht, dass schon relativ viele Besucher da waren.
Kaum hatten wir uns was zu Trinken besorgt und uns in das vordere Drittel der Halle gestellt, begann auch schon die Vorgruppe: The New Pornographers aus Vancouver, Kanada. Entgegen der Gepflogenheit, dass Vorbands meist noch unerfahren und "neu" sind, hat diese Band bereits drei Alben veröffentlicht und spielten verdammt sicher ihre Songs.
Etwa zehn Songs lang durften alle Gäste dem Treiben von Kurt Dahle am Schlagzeug (er sieht aus wie die menschliche Variante von Dornenschwanz Spike aus dem Disney-Film "In einem Land vor unserer Zeit"), dem Gesang von Kathryn Calder am Piano, dem verstummten Gitarristen Todd Fancey, dem goldigen Getanze von Dan Bejar, dem lehrerhaften Spiel von
John Collins und dem mit geschlossen Augen vorgetragenen Haupttexten von A.C. Newman begeistert zusehen und applaudieren. Ein richtig guter Auftakt mit musikalischen Harmonielinien und charmanter Zurückhaltung.

Danach füllte sich der kleine Hirsch zusehends und man musste sich schon richtig "fett" machen, um seinen spärlichen Platz zu wahren. Das Licht ging aus, das Geschrei war groß, kleine Scheinwerfer gingen an und Maximo Park betrat die Bühne. Nach zwei Songs Zurückhaltung begann das erste Drittel der Halle wild zu tanzen.
Maximo Park mischte neue Songs unter ihre Kracher aus ihrem ersten Album "A Certain Trigger": neben "Signal and Sign", "Graffiti", "Limassol", "Once, a glimpse" und "Kiss you better" spielten sie auch noch die absoluten Giganten "Apply some pressure", "Postcard of a painting", "The coast is always changing", "The night I lost my head" und "Going Missing". Sänger Paul Smith wirkte überrascht über die vielen Menschen vor seiner Bühne und freute sich, dass auf dem dritten Konzert ihrer Deutschlandtour wieder so viele Menschen gekommen sind. Richtig zurückhaltend und irgendwie liebenswürdig stand er auf der Bühne und genoß sichtlich diesen Band. Je länger der Auftritt, desto weiter wurden wir nach vorne gespült und konnten die letzten vier Songs direkt vor der Bühne erleben.
Mit "Going missing" verabschiedeten sich Maximo Park gegen 23.30 Uhr von den Nürnberger Fans. Mit einem sehr guten Gefühl. Man kann jedem nur empfehlen, neben den Kaiser Chiefs auch Maximo Park einmal live zu erleben. Abfeiern pur!

Live erleben. Und noch besser als auf Platte.

Dienstag, November 22, 2005

ZU - ich komme!

Endlich geschafft. Die Bewerbung für Friedrichshafen ist fertig und abgeschickt. 11 Seiten kreatives Gedankengut. 12 Seiten Dokumentenanlage. Frische Ideen und gute Formulierungen. Offenheit und Kreativität. Jetzt kommt ihr nicht mehr an mir vorbei.

Keine Augenringe mehr. Dank gesundem und ruhigem Schlaf.

Meine Unterlagen sind mittlerweile in Friedrichshafen bei Sonja Heilig angekommen. Innerhalb der nächsten 10 Tage bekomme ich eine Antwort, ob ich für ein Auswahlverfahren und für das erste "Pioneers Wanted!"-Event eingeladen werde.
Nur am Rande bemerkt: mein heutiges Horoskop bezeichnete Widder als Optimisten erster Güte. Demnach werde ich an der ZU genommen :-) !*

Geduld haben. Spannung pur.

* Der Verfasser weißt darauf hin, dass er nicht an Horoskope glaubt. Bei positivem Inhalt überdenkt er grundsätzlich seine Haltung noch einmal. Who knows?

Sonntag, November 20, 2005

"Ausländisch" für Deutsche - damit unsere Mitmenschen uns verstehen können

Während der Recherche für meine Bewerbung an der ZU in Friedrichshafen bin ich heute auf eine sehr geniale Seite gestoßen. Auf der Homepage des Radiosenders WDR5 findet man einen Aussprachkurs für die korrekte Aussprache ausländischer Namen und Produkte.
Auf der Seite findet ihr neben Türkisch für Deutsche auch Übersetzungen für Kroatisch, Italienisch und Dänisch. Ihr könnt euch die verschiedenen Aussprachen per mp3 und einem Media Player eurer Wahl anhören und hiermit die korrekte Aussprache üben.

Ich schließe mit einem Zitat, die die Wichtigkeit dieser Seite betont:
"Seit Jahrzehnten verweigern die Deutschen partout die korrekte Aussprache türkischer Namen - und treiben damit ganze Generationen von Türken in den kollektiven Hörsturz."

Die richtige Aussprache. Der erste Schritt zu einem Miteinander.

Samstag, November 19, 2005

Saturday Night Fever

Playlist, 11-19-05, 23.56 Uhr:

House:
*Insomnia 2005 (Armand van Helden 2005 Rework) by
Faithless
*Listen (Original Version) by
Moonbootica
*In your arms (Tocadiscos 'Zwischen den Stühlen' Mix) by
Mylo
*Geht's noch? by
Roman Flügel
*Go down by
The House Keepers
*Voodoo People (Pendulum Remix) by
The Prodigy
*You gonna want me by
Tiga
*Take it (Club Mix) by
Tom Novy & Lima

Urban:
*Get it? by DJ Green Lantern & Styles of Beyond
*Spraypaint & Ink Pens by
Fort Minor Ghostface, Mike Shinoda & Lupe Fiasco
*Hollaback Girl (Hollatronix Remix by Diplo) by
Gwen Stefani
*Can I have it like that (Travis Barker Remix) by Pharrell Williams
*Oh mein Gott Remix by Patrick mit Absicht & Phrequincy
*Pon de Replay by Rihanna
*We be burnin (Recognize it) by Sean Paul

Alternative:
*Analogue by a-ha
*Celice by a-ha
*Frieda und die Bomben by Beatsteaks und Turbostaat
*Bloc Party by DJ Green Lantern & Fort Minor
*Bullets by Editors
*Do you want to by Franz Ferdinand
*Oh my god by Kaiser Chiefs
*Twisted Transistor by KoRn
*All that easy by limp bizkit
*Nobody's listening (Green Lantern Remix) by Linkin Park
*I need some fine wine and you, you need to be nicer by The Cardigans
*Sound effects and over dramatics by The Used

Das Vinyl dreht sich. Round and round again.


"Don't bore you with details (I'll never let you down)"

The end is near, the summer days,
all the great things go away.
Feel the cold comin' 'round the bend.
Everything's gonna change again.

Down another day.

Oh, the winter, I adore.
Summer's gone forever more.
Some days you come back to me.
Seasons change to set me free.

aus dem Lied "Down another day" von limp bizkit, zu finden auf dem 2003er Album "results may very"



Der H.I.T an der ZU Friedrichshafen am letzten Mittwoch

Es ist 7.25 Uhr. Die Fahrt beginnt. 288 Kilometer von Neuhof nach Friedrichshafen. 3 Stunden Fahrzeit, ziemlich genau berechnet von unserem Navigationssystem. Noch eine kurze Pause zwischendurch. Während der Fahrt nicke ich mehrmals ein und bin froh, nicht selber fahren zu müssen. Um 10.45 Uhr erreiche ich dich die ZU. Meine Chauffeuse schaute sich in der Zwischenzeit die umliegende Gegend an und besuchte Meersburg, eine schöne kleine Stadt am Bodensee.

7.30 Uhr kann verdammt früh sein. Um 11 Uhr sah das schon ganz anders sein.

Etwa 100 Informationssuchende und Interessierte waren pünktlich um 11 Uhr zur Begrüßung im großen Hörsaal (Fassungsvermögen: 100 Leute). Die ZU machte einen sehr guten Eindruck und ermöglichte Einblicke in die verschiedenen Bachelor- und Master-Studiengänge.
Die Interessenten sind teilweise mit ihren Eltern gekommen (die ZU als private Uni verlangt höhere Studiengebühren als staatliche Universitäten) und machten einen sehr "gehobenen" Eindruck. Da war das Gucci-Täschchen und die Armani-Hose die unterste Preiskategorie.
Die Studenten der ZU waren allesamt sehr nett und konnten mir all meine Fragen beantworten und gaben mir ein sehr gutes Gefühl. Nicht vergleichbar mit den Interessenten, sondern viel offener, kreativer, umgänglicher.
Dem ersten Blick sollte man demnach nicht allzu viel Bedeutung beimessen: das Hauptgebäude der ZU war früher ein Asylantenheim. Von außen noch erkennbar, sind die "inneren Werte" eine perfekte, multimediale Ausstattung, ein sehr gutes Verhältnis zwischen wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studenten, zugänglichen Professoren und einem guten und konstruktiven "Arbeitsklima".

Schluß mit den Oberflächlichkeiten. Es wird Zeit für die inneren Werte.

In den Semester 1 und 2 studieren alle an der ZU zusammen Grundlagenfächer wie BWL, Kommunikation & Kultur, Staat & Politik, Organisation & Marketing und Recht. In der Major Phase (Semester 3-5) belegt man 2 Pflichtmodule (u.a. Empirie) und 6 Wahlpflichtmodule (u.a. Publizistik, Journalistik & PR, Kulturtheorie). Im letzten Semester folgen dann die Bachelor-Kolloquien und die Bachelor-Thesis.
Nach dem 2. Semester sollte ein Inlandspraktikum, nach dem 4. Semester ein Auslandspraktikum erfolgen. Die ZU hat mit einem eigenen Praktikantenbüro hierfür die besten Vorraussetzungen geschaffen, dass alle Studenten diese Praktika auch durchführen können.
Dazu gibt es noch Student Studies (konzipiere deine eigene Veranstaltung), Global Studies (1 Student, 1 Firma, 3 Praktika, 3 Kontinente) und das Tandem Coaching (jeder Student sucht sich einen wissenschaftlichen Coach an der Uni und einen Praxis-Coach aus der Wirtschaft). Hierzu mehr, wenn ich einen Schritt weitergekommen bin.

Viel Arbeit. Gewünscht und gefordert.

Ein Blick von der Terasse der Uni auf den Bodensee. Die ZU ist die einzige Uni mit eigenem Strand. Vor allem im Sommer wird hier einiges los sein. Arbeiten im Freien, mit den Füßen im Wasser - im Bereich des Möglichen.
Zudem kann man etwa 43 verschiedenen Sportarten ausüben, die allesamt von der ZU abgedeckt werden. Neben diesen Aktivitäten ist der ZUsammenhalt zwischen den 120 Studenten sehr groß.
Ansonsten ist Friedrichshafen klein und keine Unistadt. Doch laut den Studierenden hält das keinen davon ab, trotzdem Spaß zu haben und eigene Aktionen auf die Beine zu stellen.

Kreativität und Initiative. Statt Meckern und Unzufriedenheit.

Ein Blick von der Terasse der Uni auf den Bodensee. Die ZU ist die einzige Uni mit eigenem Strand. Vor allem im Sommer wird hier einiges los sein. Arbeiten im Freien, mit den Füßen im Wasser - im Bereich des Möglichen.
Ein Rückblick auf den Tag und eine Ausblick auf die nächsten Tage:
Meine heutigen Eindrücke haben mich darin bestärkt, mich weiterhin zu bewerben und alles zu versuchen, um zu einem Auswahlverfahren eingeladen zu werden.
Die Möglichkeiten an der ZU sind unglaublich groß, die Vernetzung mit der Wirtschaft einmalig und die fachliche Ausbildung genügt nur höchsten Ansprüchen.
Die Studenten sind allesamt sympathisch und versprühen eine Begeisterung für ihren Studiengang, den ich in Bamberg bis jetzt nie gesehen habe.

Chancen ergreifen. Wenn sie einem geboten werden.

Dienstag, November 15, 2005

Friedrichshafen, 11 Uhr, leichter Nieselregen, 6 Grad Celsius – die Frisur wird sitzen.

Der Countdown läuft: morgen werde ich mir meine erste Studienalternative für die Zeit ab dem Sommersemester genauer ansehen. Um 11 Uhr beginnt der H.I.T. an der Zeppelin University Friedrichshafen. Damit ich ausgeruht und ohne dicke Augenringe am Bodensee ankomme, habe ich eine erstklassige Mitfahrgelegenheit: meine Mutter fährt mich morgen um 7.30 Uhr nach Friedrichshafen.

Während sie sich die Gegend rund um den momentan unter einer Giftattacke leidenden Bodensee ansehen wird, werde ich bis etwa 14 Uhr meinen Studiengang „Communication and Cultural Management“ näher kennen lernen und die ersten Studenten, Mitbewerber und Professoren treffen.

Damit alle hautnah dabei sein können, begleitet mich noch eine Canon Ixus 500 und wird alles auf einem digitalen Chip festhalten. Nächste Woche werde ich dann meine Bewerbung für diesen Studiengang abgeben und dann auf eine positive Reaktion hoffen. Wenn alles gut geht, dann könnte ich am 7.12. an dem ersten „Pioneers Wanted!“-Event der ZU teilnehmen und weiß dann relativ schnell Bescheid, ob mich die ZU genommen hat.

Reisen bildet. 288 Kilometer gen Süden.

Sonntag, November 13, 2005

Online-Lesestoff für den Sonntag

Die aktuelle Ausgabe der Zeit Wissen liefert wieder einige lesereiche Stunden. Perfekt für einen langen Sonntag bei kaltem Wetter und Nebelbänken am Morgen. Entweder kauft ihr euch die aktuelle Ausgabe beim Zeitschriftenverkäufer eures Vertrauens oder lest in die Ausgabe 05/2005 online hinein. Und glücklicherweise sind gerade die drei Artikel, die ich euch wärmstens ans Herz legen würde, auch online verfügbar.

Artikel Nummer 1 befasst sich mit dem weiblichen Orgasmus und der aktuellen Forschung in diesem Bereich. Renommierte Sexualwissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass Frauen eine sexuelle Störung haben und man diese mit Medikamenten "bekämpfen" könnte. Viagra für die Frau? Ja, genau. Nachdem die Männer gezeigt haben, dass der Markt für sexuell unterstützende Mittel noch ausbaufähig war und ist, sind nun unzufriedene Frauen an der Reihe.
Ein sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel, der mit manchen Vorurteilen aufräumt (muss man immer einen Orgasmus haben?) und manche wiederum bestätigt (es gibt ihn wirklich, den G-Punkt der Frau).

Artikel Nummer 2 beschäftigt sich mit dem "Betrogenen Ich"; mit Erinnerungen, die wir niemals hatten, aber wunderbar klingen. Unser Gehirn gaukelt uns diese zumeist schönen Erlebnisse vor, weil wir sie gerne gehabt hätten. Wir frisieren unbewusst unser Leben und es geht uns gut dabei. Es geht nicht um Profilierung oder tolle Geschichten, die man umbedingt erlebt haben muss. Vielmehr geht es um die Bewältigung der unmittelbaren Gegenwart.
Lest selbst und ihr werdet sehen, dass auch ihr Erinnerungen habt, die anders waren oder gar nicht existent sind. Fragt mal eure Eltern.

Artikel Nummer 3 ist eine der vier Titelgeschichten und befasst sich mit den zunehmenden Naturkatastrophen im 21. Jahrhundert. Durch den Hurrikan in New Orleans und dem Erdbeben in Kashmir ist die Thematik aktueller als jemals zuvor und wird uns in unserer Zukunft weiter begleiten. Der Artikel befasst sich mit Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Feuerkatastrophen, die unsere Metropolen bedrohen.
Nach diesem Artikel sucht man sich einen möglichen Ort zum Leben noch einmal unter ganz anderen Bedingungen aus. Man will schließlich nicht eines Morgens überrascht werden.

Wissen ist Macht. Und erleichtert und erschwert das Leben in gleichem Maße.

"Vereinbarungen sind da, um gebrochen zu werden." - "Christiansen Bingo" gegen die Phrasendrescherei

Als perfekte Vorbereitung für den heutigen Sonntagabend veröffentlichte die Zeitschrift Neon bereits zu Wahlkampfbeginn ein Christiansen-Bingo. Es funktioniert sehr einfach: einfach einen Bingo-Schein ausschneiden und die jeweilige Politikerphrase durchstreichen, sobald sie bei
Sabine Christiansen am Sonntag um 21.45 Uhr in der ARD Talkshow gefallen ist. Gewinner ist derjenige, der als erster vier Phrasen auf seinem Tippzettel diagonal, waagrecht oder senkrecht durchstreichen konnte und Bingo schreit. Verlierer sind in jedem Falle die Politiker, die durch ihre standardisierte Aussprache dieses Spiel erst ermöglichten. Im Zuge der beendeten Koalitionsgespräche könnten manche Phrasen an Aktualität gewinnen.

Auf der Neon Internetseite findet ihr auch noch weitere Tippscheine. Abwechslung wird groß geschrieben und keine Phrase ist abgedroschen genug, um nicht noch einmal im Fernsehen platziert zu werden. Bingo gibt es auch im Internet in den verschiedensten Ausführungen - bestimmt auch bald als Studenten- und Professoren-Bingo.

Lieber einmal mehr nachdenken. Bevor die Wahrheit wieder auf dem Platz liegt und ein Spiel 90 Minuten dauert und der Ball rund ist und das Runde in das Eckige muss und...

Samstag, November 12, 2005

Impressionen von der G.a.s.t.-Party im Live Club

Unter dem Zeichen der Völkerverständigung waren Balu und ich am Mittwochabend auf der G.a.s.t.-Party im Live Club zu Bamberg. Organisiert wurde alles von AEGEE und die vielen internationalen Gäste wurden von einem guten DJ Novizen mit Musik untermalt. Auf diesem Foto ist Gerald, der mit uns an diesem Abend noch unterwegs war, nicht zu sehen, da er sich bereits von der angrenzenden Tanzfläche entfernt hatte.

Ich möchte mich an dieser Stelle gerne einmal bei Atticus Clothing bedanken, die mir an diesem Abend die Chance gegeben haben, etwas Rock in den Club einzuführen - für schlappe 29,95 €.

Mehr Impressionen von der G.a.s.t.-Party im Live Club findet ihr wie immer auf der Seite von feki.de unter Lichtbildern.

Me illamo Alf. Mehr muss man gar nicht wissen.

Donnerstag, November 10, 2005

Doom di Doom di Doom

"Remember where you came from, remember what you are."
Aus dem Titeltrack "You know what you are?" von Nine Inch Nails des Universal Motion Picture "Doom - der Film"

Die Ego-Shooter-Fangemeinde freut sich in diesen Tagen ganz besonders: "Doom" wurde auf Zelluloid gebannt und durch Andrzej Bartkowiak verfilmt, der vorher an Filmen wie Dante's Peak, Im Auftrag des Teufels und Thirteen Days mitgewirkt hat.
Ein Review zu diesem Film fällt kurz aus: die Story basiert auf den Spielen von id software und wird innerhalb der ersten Minuten erzählt und beschränkt sich auf handfeste und gut inszenierte Action. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Richtig gut ist die Ich-Perspektive gelungen, nachdem John Grimm (gespielt von Karl Urban) das 24. Chromosom gespritzt bekommen hat und damit unverwundbar wird. Erinnerungen an die eigenen Spielezeiten werden wach. Alle Features, die man bei diesem Spiel so geliebt hat und alle Monster, mit denen man schon im Spiel gekämpft hat, tauchen in sensationeller Grafik auf.
Zu guter Letzt ist der Abspann noch sehr gut gelungen, untermalt von dem eigentlichen Highlight des Films: dem Titeltrack von Nine Inch Nails. Trent Reznor hat mit "You know what you are?" einen sehr guten Song geschrieben, der nun im Nachhinein auch für diesen Soundtrack verwendet wurde. Zu finden auf dem aktuellen Soundtrack zu "Doom" und dem aktuellen Album von Nine Inch Nails, "With Teeth".

Beim nächsten Mal wieder Qualität. Zum Beispiel "Tim Burton's Corpse Bride"

"Lassen sie bitte die Fenster die nächsten fünf Stunden offen, damit die Farbe trocknen kann."

Das Verhalten arbeitswilliger Handwerker in einer bayerischen Kleinstadt zur Herbstzeit:

Tag 1 (Freitag):
Die Fensterrahmen sollen im ganzen Haus von außen gestrichen werden. Dafür müssen die Maler in die Wohnung. Durch ein Flugblatt informiert, stelle ich mir den Wecker auf 6.50 Uhr. Pünktlich um 7.00 Uhr sollen die Arbeiten im ganzen Haus beginnen. Ich frage mich noch: "Fangen die oben bei mir an oder eher unten? Muss ich überhaupt so früh aufstehen?". Alle Anwohner werden gebeten, den ganzen Tag über zur Verfügung zu stehen oder im Vorfeld einen gesonderten Termin mit den Malern auszumachen. Am Tage zuvor habe ich extra mein Sofa schon abgerückt, die Fensterbänke angeräumt und alles, was keinen festen Platz in meiner Wohnung hatte und den Eindruck erwecken könnte, dass ich unordentlich bin, in meine Abstellkammer geschmießen. Man weiß ja nie.

Um 8.07 Uhr höre ich die ersten Geräusche im Treppenhaus. "Sie kommen", fährt es mir durch meine noch müden grauen Zellen. "Dann doch mal anziehen", schließlich will man den Handwerkern nicht im rosa Plüsch die Tür offen.

Um 9.13 Uhr überdenke ich noch einmal die ganze Situation und komme zu dem Schluß, dass ich um 10.00 Uhr doch mal anrufe. Der Aussendienstmitarbeiter des Immoblilienbüros, welches unser Haus betreut, ist per Handy jederzeit erreichbar.

Es ist Punkt 10.00 Uhr und ich erreiche den netten Außendienst- mitarbeiter: "Sie sind nicht der Erste, der heute anruft. Die Maler haben auch schon angefangen, streichen aber die Fensterrahmen in beiden Gebäudekomplexen (erste neue Info) und werden sicherlich heute zu ihnen nicht mehr kommen (zweite neue Info). Machen sie bitte einen gesonderten Termin mit den Malern ausmachen, falls sie heute die Wohnung noch verlassen sollten. Laufen sie doch einfach mal durch das Haus und suchen sie die Maler. Dann könne sie denen den Termin gleich nennen." Ich ziehe mir den Plüschmantel wieder an.

Um 10.04 Uhr rufe ich bei der Malerfirma an: "Hallo Antenne Bayern. Hier ist die Moni* von der Malerfirma XY." Ich vereinbare nach einem belanglosen Telefonat und einem Gefühl der Genugtuung, dass ich der Moni die Chance auf eine Viertelmillion versaut habe (als Ausgleich für meinen fehlenden Schlaf), einen Termin am Mittwochmorgen um 7.00 Uhr.

Tag 2 (Samstag):
Nach einer langen Nacht schlafe ich friedlich in meinem 140-Bett und überhöre sogar das Glockenspiel der nahen Kirche. Um 8.50 Uhr ist damit aber ein Ende. Sturmklingeln direkt an meiner Tür. Welcher ***** klingelt denn an einem Samstag um diese Uhrzeit über eine Zeit von 15 Minuten nahezu ununterbrochen an meiner Tür? Genau, ein Maler.
Durch den Türspion sehe ich ihn schon: Farbeimer, Pinsel, Arbeitskleidung. Verstecke den rosa Plüschmantel unter der Bettdecke und öffne bekleidet die Tür.
"Morgen. Ja bitte?"
"Ja, sind sie heute da? Wir würden die Fenster machen."
"Ich habe doch schon bei ihnen im Geschäft angerufen und einen Termin für Mittwoch vereinbart?"
"Ach so. Sind sie heute noch länger da?"
"Bis um 11.30 Uhr schon, dann müsste ich mal weg."
"Okay, danke. Ich schicke jemanden vorbei."
Weg war er. Ohne Info, wann denn nun ein Maler bei mir vorbeikommt und wie lange ich warten muss. Solche unvollständigen Infos sind der blanke Horror an einem Samstagmorgen um kurz nach Neun.

Um 10.45 Uhr kommt dann doch noch jemand, der aber erst die Fensterrahmen abschmiergelt. Immerhin: sie bringen Unterlagen mit, damit mein Teppichboden nicht dreckig wird. Mit ihren Schuhen laufen sie aber trotzdem durch die Wohnung und stehen natürlich auf - der dreckigen Unterlage. Logisch. Was erwarte ich auch?

Um 11:30 Uhr fahre ich zum Einkaufen. Ich hinterlasse einen Zettel und hoffe, dass die netten Kollegen nicht genau in dieser Zeit in meine Wohnung wollen.

Nach meinem Einkauf kochen ich mir etwas Leckeres und bereite mich schon seelisch darauf vor, dass ich heute nicht mehr gestört werde. Welch Irrglaube:
Punkt 14:40 Uhr kommt dann doch noch ein Maler, der beide Fenster anstreicht. Erst das Fenster im rechten Raum. Wir unterhalten uns über den 1.FC Nürnberg ("Der Glubb muss endlich ahn neien Dräner begommn, der wo die Burschen mal richtig hadd anbaggt."), über das aktuelle politische Geschehen ("Der Stoiber lässt sich von der Äingie ja alles gfalln.") und die Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt ("Früher war des alles besser."). Dann das Fenster im linken Raum. Wir unterhalten uns über Bamberg, vor allem über die Kneipendichte. Das Gespräch endet in wüsten Beschimpfungen des Malers über den in Bamberg bekannten Clubbesitzer und Gastronom, Herrn S.. Weitere Ausführungen über den Inhalt des Gespräches mit dem Maler können nicht gemacht werden, weil sonst zivilrechtliche Klagen auf den jungen Mann mittleren Alters zukommen würden.
Ich werde noch darüber informiert, dass am Mittwoch noch einmal ein Maler wegen dem zweiten Anstrich kommen wird - und, dass ich die nächsten fünf Stunden die Fenster ganz offen lassen sollte, damit die Farbe trocknen könne. Ich stelle die Heizung ab und ziehe mir doch einen Pullover an.

Um 15.56 Uhr wechsele ich den Pullover und ziehe mir doch eher einen dickeren Pulli an. Um 16.41 Uhr dringt der beißende Geruch der Farbe noch tiefer in meinen Körper ein. Benebelt fange ich an zu fantasieren: lebendige rosa Plüschmäntel, ein Rastamann in meiner Küche und ehrliche Politiker. Sachen gibts! Um 17.25 Uhr entscheide ich mich dazu, meine Winterjacke auszupacken und mich vollends zu bekleiden. Auch ein zweites Paar Socken wird gebraucht. Um kurz vor 20.00 Uhr schließe ich die Fenster, bleibe aber voll bekleidet und mache mich auf den Weg: DVD-Abend mit Gerald, Balu und Katha.

Tag 3 (Mittwoch):
Ich stelle mir keinen Wecker. Besser ist es. Um 7.00 Uhr klingelt keiner. Um 7.30 Uhr klingelt immer noch keiner. Um 8.00 Uhr werde ich langsam von alleine wach und wundere mich, dass noch keiner meine Fenster streicht. Um 8.15 Uhr klingelt es dann doch an meiner Tür. Ich öffne die Tür und bemerke gerade noch rechtzeitig, dass ich den rosa Plüschgürtel umgebunden habe. Der Maler hat schon alles dabei und macht sich an die Arbeit.
Um 8.20 Uhr klingelt es erneut: ein zweiter Maler! Sollte ich mich wundern? Zwei Maler, damit es schneller geht? Hat da jemand mitgedacht? Ich bin schwer beeindruckt und unterhalte mich mit dem zweiten Maler über einen Mitbewohner, der angeblichen ein Messi sei und in dessen Wohnung man gar nicht arbeiten könnte. Sehr informativ. Warum streicht man Fensterrahmen, die nach außen zeigen, nicht auch einfach von außen? Dann müsste man nicht in die Wohnung und die Leute würden sich nur darüber aufregen, dass die Maler von außen in die Zimmer hineinsehen können.

Um 8.35 Uhr sind die Arbeiten beendet. Frohen Mutes setzte ich mich an den PC und blogge eine Runden. In meinem Zimmer bleibt es schön warm, da man die Fenster nahezu ganz schließen kann und sie nur einen kleinen Spalt offen bleiben müssen. "Damit die Wohnung nicht auskühlt", sagt der Maler. Danke für die Info - am dritten Tag!

Tag 4 (Donnerstag):
Nach einem sehr langen Abend und einer sehr kurzen Nacht (4 Stunden Schlaf) klingelt es um 8.47 Uhr an meiner Tür. Ich wache auf (es könnte wichtig sein), krieche zur Tür (vielleicht möchte jemand eintreten), raffe mich auf (notwenigerweise) und sehe durch den Türspion (dafür ist er schließlich da): ein Eimer Farbe, Pinsel, Abdeckplane. Irgendein Vollvosten hatte vergessen, meine Wohnung von der Liste zu streichen!

Serviceparadies Deutschland. Erfrieren und Schnüffelprobe inklusive


*Name wurde von der Redaktion verändert.

Mittwoch, November 09, 2005

"Gedöns und Geschwätz" auf höchster nationaler Ebene - Denn sie wissen nicht, was sie tun

Sonntagabend, 21.45 Uhr, ARD: it's 'Christiansen Time'.

Immer wieder sonntags kommt die Ernüchterung. An diesem letzten Tag vor dem Wochenstart fanden sich im Berliner Studio von Sabine Christiansen - sie sendet übrigens nicht mehr live, sondern die Sendung wird vorher aufgezeichnet - illustre Gäste ein:

1.) Hans-Jochen Vogel, ehemaliger Vorsitzender der SPD Ende der 80er Jahre und eloquenter, da ehrlicher Diskussionsteilnehmer
2.) Nils Annen, ehemaliger Juso-Vorsitzender und Unterstützer von Andrea Nahles, deren Wahl als mögliche Generalsekretärin Franz Müntefering dazu bewogen hat, vom Vorsitz der SPD zurückzutreten
3.) Dieter Althaus, Ministerpräsident von Thüringen und Teilnehmer an den aktuellen Koalitionsverhandlungen
4.) Markus Söder, Generalsekretär der CSU und ebenfalls Teilnehmer an den aktuellen Koalitioinsverhandlungen
5.) Oswald Metzger, ehemaliges Grünen-Bundestags-Mitglied und momentan hauptberuflich Publizist und Politikberater

Ohne meine politische Colour zu sehr in den Vordergrund zu stellen, waren Hans-Jochen Vogel und Oswald Metzger die besten Gesprächspartner: offen, ehrlich und ohne einen wirklichen Parteienzwang behaftet, redeten beide Klartext und kehrten die Phrasen von Nils Annen ("Wir wussten nicht, dass Müntefering zurücktritt, wenn wir nicht seinen Wunschkandidaten unterstützen!"), Dieter Althaus ("Man weiß ja, dass erst in der letzten Woche der Koalitionsgespräche wirkliche Entscheidungen getroffen werden können.") und Markus Söder ("Edmund Stoiber ist nur in die Koalitionsgespräche eingestiegen, da sowohl die Parteivorsitzende der CDU Angela Merkel, als auch der Vorsitzende der SPD Franz Müntefering bei den Gesprächen dabei waren. Da durfte der CSU-Vorsitzende ja nicht fehlen. Da der neue SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck nicht in die Bundesebene wechselt und auch nicht an den Koalitionsverhandlungen Feder führend mitwirkt, hat sich Edmund Stoiber entschieden, ebenfalls nicht nach Berlin zu wechseln. Die Grundlage seines Engagements ist nicht nicht mehr vorhanden.") an die Oberfläche.

Vor allem bei den Koalitionsgesprächen habe ich das Gefühl, dass die Politiker die Brisanz der aktuellen Lage nicht erkannt haben. Wichtige Punkte werden einfach bei den Verhandlungen ausgeklammert, obwohl diese Redebedarf hervorrufen:
1.) Bei der Föderalismusdebatte wird über alle Punkte diskutiert, bis auf den Wichtigesten: die Neuverteilung der Finanzen zwischen Bund und Ländern. Genau hier setzt doch erst die Wirkung des Föderalismus in Deutschland und genau hier bedarf es an Änderungen. Die führenden Köpfe der CDU und SPD wissen aber, welches Konfliktpotential in genau diesem Diskussionspunkt steckt und befassen sich erst 2007 oder später damit.
2.) Die Mehrwertsteuer soll ab 2007 auf 19 % erhöht werden. Ein Anstieg um 3 %. Dass genau dadurch die Vielzahl der Bevölkerung noch einmal finanziell getroffen wird, die bereits am meisten für den Staat zahlen muss, ist den Herren und Damen egal. Unabhängig davon: bei den Gehältern, die die führenden Politiker bekommen, sind 19 % Mehrwertsteuer für diese Personengruppe kein Problem. Und dadurch sind wir schon bei Punkt 3...
3.) Der Anstieg des Renteneintrittalters wurde viel diskutiert und ist sicherlich bei der weiterhin steigenden Lebensdauer sinnvoll. Nur auch an diesem Punkt sind die Entscheidungsträger nicht von dem Problem getroffen. Ein Rentenalter gibt es nicht wirklich für Politiker - siehe an den aktiven Politikern Otto Schily (73), Theo Waigel (66) und Otto Graf Lambsdorff (79).
4.) Die Reichensteuer wird selbst von führenden und erfolgreichen Unternehmern und sogenannten "Superreichen" befürwortet. Doch vor allem die CDU scheut sich noch, einen Großteil ihres Wählerklientels vor den Kopf zu stoßen und in den Geldbeutel zu greifen. Unverständlich, denn auch hier sind Politiker nicht betroffen. Ihre Einkommen würde unterhalb der zu besteuernden Superverdiener liegen und damit würde auch diese Entscheidung keinen direkten Einfluß auf die alltägliche Handlungsweise unserer staatlichen Führungsriege haben.

Resultat dieser Diskussionsrunde:
Sind Politiker nicht direkt von den Folgen ihrer Entscheidungen betroffen, kann man vereinbaren was man möchte: es juckt einen kaum. Dass dabei das Gemeinwohl ins Hintertreffen gerät und eine profane persönliche Profilierung wichtiger ist, ist eine entäuschende Tatsache.
Wie wichtig wären in diesen Situationen und Entscheidungsmomenten politische Köpfe, die Weitblick bewahren (durch ihre Erfahrung in der Politik) und die keine Schranken in ihrem Denken haben (durch ihr Alter und ihre politische Intention).

Oder wie hat es der Generalsekretär der CDU, Volker Kauder, am Sonntagabend noch so schön gesagt: "Vereinbarungen sind Vereinbarungen, die nur dann Vereinbarungen werden, wenn sie vorher vereinbart wurden und danach auch noch an dieser Vereinbarung festgehalten wird."

Gute Nacht, Deutschland.


Du bist Deutschland. Was sind die Anderen?

Fahrplan der nächsten Wochen und Monate

"Do you wanna come over and kill some time? Throw your arms around me."
Aus dem Lied "This modern love" von Bloc Partys Debutalbum "Silent Alarm"

Wenn ich die letzten drei Tage Revue passieren lasse, hat sich doch einiges geändert und entschieden. Seit Montag steht mein Fahrplan für die nächsten Monate fest.

Bis zum 22.11. werde ich meine Bewerbung für die Zeppelin University in Friedrichshafen abgeben. Die Bewerbung besteht aus einem ausführlichen Lebenslauf (2 Seiten), die Formulierung eines Ziels und eines Ergebnisses, welches ich am Ende der 6 Semester erreicht haben möchte (eine politische, kulturelle oder ökonomische Fragestelltung, 2 Seiten) und der kurzen Beantwortung von vier weiteren Fragen. Dazu noch ein schönes Foto von mir und fertig ist meine Bewerbung.
Wenn alles perfekt laufen sollte und die ZU mich weiter kennenlernen möchte, würde ich dann am 7.12. an einem Pioneers Wanted!-Event mit weiteren Studienbewerbern teilnehmen. Ein genauer Ablauf ist noch nicht veröffentlicht, Teil des ganzen Events wird aber eine Team-Aufgabe sein, die durch eine Präsentation abgerundet wird. Hinzu kommen noch zwei Auswahlgespräche mit Studenten, Professoren, Entscheidungsträgern der Uni und Unternehmern aus dem näheren Umfeld Friedrichshafens.

Bis zum 21.12. werde ich dann sicherlich schon eine definitive Zu- oder Absage habe. Um 9.45 Uhr werde ich an diesem wunderbaren Mittwoch in den Flieger nach Lima (Peru) steigen. Nach einem Umstieg in Atlanta (USA), lande ich um 23.35 Uhr auf dem internationalen Flughafen. Mareike wird hoffentlich schon auf mich warten. Da sie an diesem Tag ebenfalls in Lima landen wird (sie ist in der Machu Pichu Region unterwegs und kann per Inlandsflug in wenigen Stunden in der Hauptstadt sein), treffen wir uns gleich auf dem Flughafen.
Unsere Freude ist besonders groß, da ich nun auch endgültig weiß, wie lange ich bleiben kann. Ursprünglich war mein Rückflug auf den 10.1.2006 terminiert (Ende der Winterferien); es wären uns genau 21 Tage geblieben. Letztendlich kann ich aber noch 14 Tage länger bleiben und werde mit ihr bis Ende Januar noch weitere südamerikanische Länder bereisen. Auf dem Auswahlplan stehen Argentinien, Bolivien, Chile und Ecuador.

Warum ich länger bleiben kann? Meine alternative Studienwahl, die Uni Wien, beginnt zwar mit der Einschreibung am 16. Jänner, doch es ist nicht notwendig sich sofort am ersten Tag einzuschreiben. Sobald ich eine Zulassung bekommen habe (die ich von der Studienzulassung nach einer Voranmeldung und allen notwendigen Unterlagen zugeschickt bekomme), kann ich mich einschreiben und meinen Studienausweis beantragen. Wann ich mich einschreibe, ist der Uni Wien egal. Die junge Dame an der Student Point Hotline sagt nur, dass das Büro vor allem ab Mitte Februar sehr voll wird und ich nicht solange warten sollte - sonst müsste ich vor Ort lange Wartezeit in Kauf nehmen.
Demnach werde ich, sofern ich meine Zulassung bekomme (ich hoffe, die Kollegen aus Österreich brauchen nicht noch weitere Unterlagen von mir), mich Anfang Februar in Wien einschreiben - wenn ich eine Absage von der ZU in Friedrichshafen bekommen sollte.

Friedrichshafen oder Wien? Eine schöne Entscheidung.

Samstag, November 05, 2005

Gewalt in den Pariser Vorstädten nimmt weiter zu

Die "Grande Nation" geht in Paris in Flammen auf. Auch die zurückliegenden Nächte wurden von Krawallen beherrscht. Die Vororte Paris kommen nicht zur Ruhe.

Der Spiegel hat ein sehr interessantes Interview mit Daniel Cohn-Bendit, Europaabgeordneter der Grünen und Wahl-Franzose, geführt. Unter anderem befasst es sich mit den Verfehlungen der französischen Regierung, insbesondere den falschen Entscheidungen von Innenminister Sarkozy. Daniel Cohn-Bendit kann sicherlich als Frankreich Experte bezeichnet werden, umso wichtiger ist seine Stimme in der aktuellen Diskussion.
In den Vororten Paris kam es auch letzte Nacht zu massiven Ausschreitungen, unter anderem wurden etwa 900 Autos in Brand gesetzt und Brandanschläge auf Gebäude verübt. Alle Neuigkeiten zu diesen Gewalttaten findet ihr hier.

Deutsche Politiker weisen auf eine ähnliche Gewaltwelle bei vergleichbarer Situation in Deutschland hin. In den jeweiligen, bereits aufgeführten Artikeln äußern sich sowohl der Bürgermeister von Neukölln (Stadtteil von Köln) als auch der Brandenburgische Innenminister Schönbohm (CDU) zu den Aussichten auf baldige Straßenkämpfe in Deutschland. Vielleicht sollte man dieses französische Szenario zum Anlaß nehmen, über die deutsche Integrationsmethodik zu sprechen und sich rechtzeitig weitere Schritte zur Bekämpfung von Isolation und Ghettoisierung von Einwanderern zu überlegen und in die Tat umzusetzen.

The roof is on fire. We need water!

Kaiser Chiefs für lau in München - dank dem o2 Music Flash (Teil 2)

"Oh my god, I can't believe it. I've never been this far away from home"
Aus dem Lied "Oh my god" von den unvergleichlichen Kaiser Chiefs

Sensationell. Dieses Wort beschreibt den Auftritt der Kaiser Chiefs gestern Abend in der Georg-Elser Halle in München am besten.

Am Mittwoch bekam ich eine Mail, dass der o2 Music Flash erneut stattfindet, dazu noch mit einem der Newcomer des Jahres. Nachdem Balu mir schon zugesagt hatte, fand die Reise nach München auf jeden Fall statt. Leider verneinten alle anderen, die wir fragten, ob sie mitkommen würden. Selbst Schuld, wie sich im Nachhhinein herausstellt und es im Vorhinein schon hätte klar sein müssen.

Punkt 14 Uhr starteten wir mit vollem Tank in Bamberg, kamen um 16.15 Uhr an der Halle an und waren Nummer5 und Nummer 6, die sich um einen Platz in der Halle bewarben. Waren wir zu früh? Kam heute keiner? Doch alles zu spontan und ohne großartige Werbung? All unsere Bedenken erfüllten sich nicht.
Balu und ich aßen erst einmal im Wienerwald, den man nicht empfehlen kann. Mein Holzfällersteak (so sollte es eigentlich aussehen) bestand eigentlich nur aus Zwiebeln, Balu's "frischer" Hamburger war ziemlich mickrig und auch noch mit unsauberen Händen zubereitet (O-Ton sinngemäß: Ich bin jetzt grad vom Klo gekommen, da war einer der Köche auch auf dem Klo. Der hat sich mal nicht die Hände gewaschen. Lecker!).
Pünktlich um 17.45 Uhr standen wir dann mit etwa 80 anderen vor der Halle und überbrückten die Zeit mit Worms auf Balu's Handy. Um 18 Uhr wurden wir direkt vor den Einlaß gelassen. Um 19 Uhr ging es dann endlich rein in die Halle. Hinter uns standen die "wannabe" Konzertbesucher bis weit auf die Straße. Ist doch noch voll geworden. In der Schlange wurden noch hektische Telefonate geführt ("Du musst jetzt kommen. Um 20 Uhr kommste nicht mehr rein."), während wir im Innenraum bereits unsere Guest-Authentification bekamen. o2 hielt sich glücklicherweise mit Promotion zurück. Nur Balu war enttäuscht, dass er keinen neuen Kugelschreiber bekam.

Gegen 20 Uhr begann die Vorgruppe The Cribs, die eine Art Punk à la The Clash spielten. Nach 30 Minuten war das Gestampfe und Gepresse des einen Sängers dann vorbei. Viel zu kurzes Hemd, seltsame Bob-Frisur und ein kapriöser Abgang lassen darauf hoffen, dass aus dieser Band noch etwas wird. Schnelle SMS an alle, die zuhause geblieben sind und sich richtig ärgern sollen.

Um kurz nach 21 Uhr war es dann soweit: dieKaiser Chiefs kamen endlich auf die Bühne. Und schon begann die wilde Sause. Gehopse aller Orten, als müsste man sich nach dem Anstehen vor der Halle nun endlich hemmunslos bewegen. Neben der Frontsau Ricky Wilson, der mit stylischer Weste auf der Bühne rockte, und dem tonangebenden Drummer Nick Hodgson gab es noch einen weiteren Star: der Mann mit Hut namens Nick "Peanut" Baines. Weiße Krawatte, rosa Hemd, weißer Gürtel und ein Opa Hut aus den 70er Jahren: british style at its best.

Sie spielten alle Hits aus ihrem Debut-Album "Employment" und versorgten uns mit dem nötigen Adrenalin für den Abend. Neben "Everyday I love you less and less", " I was born to be a dancer", "I predict a riot" und "Seventeen Cups" war ihre Hymne "Oh my God" der absolute Höhepunkt der Show. Alles tanzte, alles flog durch die Gegend und Ricky Wilson hatte seinen Spaß daran, uns in die nächste Hümpforgie zu geleiten.

Für die Zugabe kletterte der Sänger dann noch auf ein Podest an einer der Säulen der Halle und konnte damit auch dem Rest der Gäste, die etwas weiter hinten in Ruhe die Show genoßen, seine Aufwartung machen. Um kurz nach 22 Uhr war das Konzert dann vorbei. Balu und ich waren durchgeschwitzt bis auf die Hosen und fühlten uns richtig gut.

Eine sensationelle Show, dazu noch für 0,00 € und eine Erinnerung mehr in meiner Konzerthistorie.

I predict a riot.

Kaiser Chiefs für lau in München - dank dem o2 Music Flash (Teil 1)


Ein sensationeller Auftritt der Kaiser Chiefs erwartete all diejenigen, die sich am Freitagabend auf gemacht hatten und sich die Beine in den Bauch stehen wollten. Posted by Picasa

Donnerstag, November 03, 2005

Feuer in der Nacht zeigt die Zerissenheit der 'Grande Nation'

In den Vororten Paris erleuchtet die Nacht in feuerrot. Jugendliche liefern sich seit einer Woche Straßenschlachten mit der Polizei. In La Courneuve wurden Feuerwehr und Polizei beschossen, in Seine-Saint-Denis brannten Hunderte von Autos und in Aulnay-sous-Bois besetzen Jugendliche eine Polizeiwache, um sie kurze Zeit später in Brand setzen zu wollen.

Auslöser für diese Eskalation der Gewalt war der Tod zweier Kinder: Bouna und Ziad, 15 und 17 Jahre alt, flüchteten vor der Polizei in ein Transformatorenhaus und starben an einem 20.000 Volt starken Elektroschock. Ein Ermittlungsverfahren versucht nun zu klären, warum die Kinder überhaupt verfolgt wurden und ob die Polizei bei ihrem Tod auch noch zugesehen hätten. Laut der Aussagen der Anwohner war genau dies der Fall.

Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Schwierigkeiten mit den Brennpunkten in den Pariser Vororten. Die Einwanderer aus Algerien, anderen Teilen Afrikas und arabischer Herkunft wurden in die Vororte abgeschoben und sich selbst überlassen. Soziale Gerechtigkeit gibt es in diesen Teilen Paris schon lange nicht mehr.

Innenminister Nicolas Sarkozy sprach schon von "Gesindel, dass mit einem Hochdruckreiniger aus den Problemvierteln" getrieben werden sollte. Mit dieser Aussage ist er in der Wortwahl schon Nahe an Jean-Marie Le Pen, der mit seiner rechten Partei "Nationalen Front" bereits eine "Attacke von ausländischen Horden" beschreibt und noch drastischere Maßnahmen befürworten würde. Das Le Pen 2002 knappe 17% der Stimmen bei der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten in Frankreich bekam, sollte einen noch in diesem Kontext noch einmal nachdenlicher stimmen.

In welche Richtung driftet Frankreich?
Kann man der französischen Regierung die alleinige Schuld für diese Gewalttaten geben?
Wie kann man diese Lage noch deeskalieren?
Wie schafft man ein französisches Bewußtsein für Einwanderer und ihre Rechte?

Im französischen Film "La Haine - der Hass" aus dem Jahre 1995 von Mathieu Kassovitz wurde die Einwandererthematik eindrucksvoll aufgegriffen und ist durch die jüngsten Ausschreitungen aktueller denn je.

Man kann nur hoffen, dass sich die Lage rund um Paris schnell wieder beruhigt und die Chance ergriffen wird, einen gemeinsamen Dialog zwischen Regierung und Einwanderern zu initiieren.

Wenige Kilometer von uns brennen Vorstädte. Wir sollten nicht wegsehen.

Wie der Herr, so's Gescherr

"And if there's anybody left in here that doesn't want to be out there: I predict a riot"
Aus dem Lied "I predict a riot" von den Kaiser Chiefs (aktuelles Album "Employment")

Ungewöhnlich viele und zudem noch kritische Stimmen dringen aus dem Süden Deutschlands bis an die Oberfläche nach Berlin. Die Enttäuschung der CSU-Abgeordneten über Stoibers Rückzug aus der Bundespolitik und dem dadurch nicht mehr vorhandenen Machtpotenzial wird nun in Worte gefasst - und an Kritik wird nicht gespart. Nicht alleine der Rückzug an sich beschäftigt die CSU, sondern viel mehr auch die vergebene Chance, ein Superministerium auf Bundesebene zu betreuen. Der neue Wirtschaftsminister in einer Großen Koalition, Michael Glos, bekommt nun lediglich ein "normal" ausgestattetes Ressort. Kompetenzen und Machtfülle ist damit der CSU verloren gegangen. Da fliegt man doch gerne gemeinsam nach Italien.

Bei einer gemeinsamen Rom Reise inklusive Privataudienz beim Papst wurde dem (noch) amtierenden Ministerpräsidenten Bayerns klar aufgezeigt, dass eine weitere Alleinherrschaft oder eine etwaige Konzentration auf Bundesthemen als Landesvater von der CSU nicht mehr akzeptiert wird. So sparte CSU-Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann auf dem Hinflug nicht an wortgewaltigen Seitenhieben auf seinen Sitznachbarn Stoiber und bekam von den anwesenden Parteimitgliedern tosenden Applaus. Bis vor wenigen Wochen wäre solch ein Verhalten niemals möglich gewesen.

Der Aufstand gegen Stoiber hat begonnen. Ehemalige Kollegen, die Stoiber aus der Parteispitze vertrieben hatte, rüsten nun auf: So prüft der ehemalige bayerische Justizminister Alfred Sauter bereits die Möglichkeit einer Direktwahl des bayerischen Ministerpräsidenten. Wenn diese Möglichkeit sich bewahrheiten sollte, würde er diesen Vorschlag auch in den Landtag einbringen. Es dauert sicherlich nicht mehr lange, bis auch andere Stoiber-Kritiker die Gunst der Stunden nutzen werden.

Bezeichnend sind auch die anhaltenden Sympathiebekundungen für die beiden bayerischen Ministerpräsidenten in spe, Erwin Huber und Günther Beckstein. Die Parteimitglieder hatten sich schon auf die Regierungszeit mit einem dieser beiden Vorsitzenden gefreut, doch Stoibers Rückzug vermieste allen diese Vorfreude. Vor allem Beckstein sparte in den letzten Tagen nicht mit unverhohlener Schadenfreude über Stoibers unglückliches Wiedersehen. Lediglich Erwin Huber, der als Stoiber-Intimus bekannt ist, hält sich weiter bedeckt.

Sehen wir hier schon die ersten Anzeichen für eine Post-Stoiber-Phase in Bayern?

Fortschritt oder Rückzug? Hauptsache Bewegung in der Sache.

Mittwoch, November 02, 2005

Politische Diskussion Teil 2

"There's no business like show business."
Aus dem Musical "There's no business like show business" von Berlin Irving aus dem Jahre 1954

Warum schweift man in die Ferne, wenn es im eigenen Land genug Chaos gibt? Dieser Verdrängungseffekt ist spätestens seit gestern Abend nicht mehr möglich.

Franz Münteferings Rücktritt vom Amt des SPD-Vorsitzenden hat eine Lawine an Entscheidungen hervorgerufen, die in dieser Art und Weise keiner erwartet hätte. Andrea Nahles, die als Verantwortliche dieses Rücktrittes gilt und als eine "Königsmörderin" gebrandmarkt wurde, wollte Generalsekretärin werden. Sie setzte sich gegen Kajo Wasserhövel durch, der von Müntefering favorisiert wurde. Diese Niederlage Wasserhövels mutete aber seit gestern Abend eher als eine persönliche Niederlage Münteferings an, da er von der Partei das Gefühl vermittelt bekommen hatte, dass die SPD nach dem Regenten Schröder nicht einen weiteren Regenten (Müntefering) haben möchte.

Die SPD in der Krise - und Edmund Stoiber plötzlich wieder in Bayern. Obwohl: er war ja eigentlich immer schon in Bayern und noch nie in Berlin. Stoiber liess sich bereits als Koalitionsmacher in spe feiern, bevor er nun doch kalte Füße bekam und den Rückzug Münteferings vom SPD Vorsitz nutzte, um sich selbst wieder an die Spitze Bayerns zu setzen. Aber eigentlich wollte er doch gar nicht mehr nach München? Und dort wollte ihn auch keiner mehr. Die Nachfolgediskussion entbrannte zwischen Erwin Huber (Chef der Staatskanzlei) und Günther Beckstein (Innenminister von Bayern). Ihre Bewerbungsunterlagen können nun in der Schublade bleiben: Stoiber ist back in bavaria. Ungewollt. Die CSU-Spitze (ich dachte immer, Stoiber sei die Spitze der CSU?) kritisierte sein "übereiltes" Verhalten und forderte ihn auf, in Zukunft in Bayern einen neuen Führungsstil zu kultivieren. Kritik in Bayern? Edmund muss wirklich eine Wucht als Landesvater sein.

Was wird eigentlich aus der Großen Koalition und unserer designierten Kanzlerin Angela Merkel? Sie sitzt mit zwei Männern am Pokertisch, die die Hosen runter gelassen haben und ihr die Zunge entgegenstrecken. Sowohl Stoiber als auch Müntefering haben weder die volle Rückendeckung ihrer beider Parteien noch scheinen sie ernsthaft Verantwortung anzustreben. Müntefering würde Vize-Kanlzer sein, ohne sich aber auf seine Partei verlassen zu können. Stoiber schickt lieber Michael Glos (Landesgruppenleiter der CSU) nach Berlin, obwohl doch eigentlich "Ede" selbst der Macher eines zukünftigen Deutschlands sein wollte. Braucht Angela demnach neue Verhandlungspartner? Ja. Die eigentliche Frage ist aber: wen?

Der neue SPD-Kandidat für den Posten des Parteivorsitzenden, Matthias Platzeck, hatte schon immer betont (1998, 2002,2005), lieber in seinem Brandenburg auf Länderebene bleiben zu wollen und nicht in die Bundespolitik zu wechseln. Nun wird er zwar ein weitaus höheres Amt als vorher begleiten, betonte aber gestern Nacht auf Phoenix, dass er den Parteivorsitz als ein Ehrenamt (in beider Bedeutung des Wortes: eine tatsächliche Ehre und eben eine zusätzliche, ehrenamtliche Tätigkeit) ansehe und weiterhin Brandenburg verbunden bleiben wird - als Ministerpräsident. Rosige Aussichten für Angie.

Und was wird aus Andrea Nahles? Die junge, aufstrebende Politikerin musste gestern als Prellbock jeglicher politischer Agressionen herhalten und wurde durch ein mediales Stahlbad gejagt. Sie musste erklären, dass unter einem neuen Parteivorsitzenden nun doch der Posten des Generalsekretärs neu vergeben werden sollte. Nun ist aus Potsdamer und Seeheimer Kreisen schon zu hören, dass unter Platzeck Nahles nicht Generalsekretärin werden kann. Dafür wird ihr ein ganz anderer Posten zugeschrieben: Parteivize!
Nachdem ihre Ziehmutter Heidemarie Wieczorek-Zeul auf dieses Amt verzichtet, könnte ihre Ziehtochter Andrea nun in diese Rolle hineinwachsen - und wäre aus der ersten Medienreihe der SPD abgezogen. Der Posten des Generalsekretärs wäre wieder frei - und eine Rückkehr von Franz Müntefering wieder denkbar?!

Der heutige Tag wird mindestens genauso spannend wie der gestrige Abend: (Alt-) Bundeskanzler Gerhard Schröder ("der Gerd") wird eine Krisensitzung einberufen und Tacheles reden - wohl zum letzten Mal. Ob er die SPD wieder auf einen einheitlichen (welche Einheit eigentlich?) Kurs (die SPD hat einen?) einschwören kann, wird abzuwarten sein.

Die Zukunft ist rosig. Nur die Gegenwart ist grau.