Samstag, November 05, 2005

Kaiser Chiefs für lau in München - dank dem o2 Music Flash (Teil 2)

"Oh my god, I can't believe it. I've never been this far away from home"
Aus dem Lied "Oh my god" von den unvergleichlichen Kaiser Chiefs

Sensationell. Dieses Wort beschreibt den Auftritt der Kaiser Chiefs gestern Abend in der Georg-Elser Halle in München am besten.

Am Mittwoch bekam ich eine Mail, dass der o2 Music Flash erneut stattfindet, dazu noch mit einem der Newcomer des Jahres. Nachdem Balu mir schon zugesagt hatte, fand die Reise nach München auf jeden Fall statt. Leider verneinten alle anderen, die wir fragten, ob sie mitkommen würden. Selbst Schuld, wie sich im Nachhhinein herausstellt und es im Vorhinein schon hätte klar sein müssen.

Punkt 14 Uhr starteten wir mit vollem Tank in Bamberg, kamen um 16.15 Uhr an der Halle an und waren Nummer5 und Nummer 6, die sich um einen Platz in der Halle bewarben. Waren wir zu früh? Kam heute keiner? Doch alles zu spontan und ohne großartige Werbung? All unsere Bedenken erfüllten sich nicht.
Balu und ich aßen erst einmal im Wienerwald, den man nicht empfehlen kann. Mein Holzfällersteak (so sollte es eigentlich aussehen) bestand eigentlich nur aus Zwiebeln, Balu's "frischer" Hamburger war ziemlich mickrig und auch noch mit unsauberen Händen zubereitet (O-Ton sinngemäß: Ich bin jetzt grad vom Klo gekommen, da war einer der Köche auch auf dem Klo. Der hat sich mal nicht die Hände gewaschen. Lecker!).
Pünktlich um 17.45 Uhr standen wir dann mit etwa 80 anderen vor der Halle und überbrückten die Zeit mit Worms auf Balu's Handy. Um 18 Uhr wurden wir direkt vor den Einlaß gelassen. Um 19 Uhr ging es dann endlich rein in die Halle. Hinter uns standen die "wannabe" Konzertbesucher bis weit auf die Straße. Ist doch noch voll geworden. In der Schlange wurden noch hektische Telefonate geführt ("Du musst jetzt kommen. Um 20 Uhr kommste nicht mehr rein."), während wir im Innenraum bereits unsere Guest-Authentification bekamen. o2 hielt sich glücklicherweise mit Promotion zurück. Nur Balu war enttäuscht, dass er keinen neuen Kugelschreiber bekam.

Gegen 20 Uhr begann die Vorgruppe The Cribs, die eine Art Punk à la The Clash spielten. Nach 30 Minuten war das Gestampfe und Gepresse des einen Sängers dann vorbei. Viel zu kurzes Hemd, seltsame Bob-Frisur und ein kapriöser Abgang lassen darauf hoffen, dass aus dieser Band noch etwas wird. Schnelle SMS an alle, die zuhause geblieben sind und sich richtig ärgern sollen.

Um kurz nach 21 Uhr war es dann soweit: dieKaiser Chiefs kamen endlich auf die Bühne. Und schon begann die wilde Sause. Gehopse aller Orten, als müsste man sich nach dem Anstehen vor der Halle nun endlich hemmunslos bewegen. Neben der Frontsau Ricky Wilson, der mit stylischer Weste auf der Bühne rockte, und dem tonangebenden Drummer Nick Hodgson gab es noch einen weiteren Star: der Mann mit Hut namens Nick "Peanut" Baines. Weiße Krawatte, rosa Hemd, weißer Gürtel und ein Opa Hut aus den 70er Jahren: british style at its best.

Sie spielten alle Hits aus ihrem Debut-Album "Employment" und versorgten uns mit dem nötigen Adrenalin für den Abend. Neben "Everyday I love you less and less", " I was born to be a dancer", "I predict a riot" und "Seventeen Cups" war ihre Hymne "Oh my God" der absolute Höhepunkt der Show. Alles tanzte, alles flog durch die Gegend und Ricky Wilson hatte seinen Spaß daran, uns in die nächste Hümpforgie zu geleiten.

Für die Zugabe kletterte der Sänger dann noch auf ein Podest an einer der Säulen der Halle und konnte damit auch dem Rest der Gäste, die etwas weiter hinten in Ruhe die Show genoßen, seine Aufwartung machen. Um kurz nach 22 Uhr war das Konzert dann vorbei. Balu und ich waren durchgeschwitzt bis auf die Hosen und fühlten uns richtig gut.

Eine sensationelle Show, dazu noch für 0,00 € und eine Erinnerung mehr in meiner Konzerthistorie.

I predict a riot.