Maximo Park im Hirsch in Nürnberg
Gestern Abend stand ein weiteres Konzert auf meinem Programm: Maximo Park, eine der Entdeckung dieses Jahres, spielten ihre erste Deutschlandtour und gastierten in Nürnberg.Linda, die mich an diesem Abend begleitete, und ich waren eine halbe Stunde nach Einlaß und eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Beginn im Hirschen und ich war überrascht, dass schon relativ viele Besucher da waren.
Kaum hatten wir uns was zu Trinken besorgt und uns in das vordere Drittel der Halle gestellt, begann auch schon die Vorgruppe: The New Pornographers aus Vancouver, Kanada. Entgegen der Gepflogenheit, dass Vorbands meist noch unerfahren und "neu" sind, hat diese Band bereits drei Alben veröffentlicht und spielten verdammt sicher ihre Songs.
Etwa zehn Songs lang durften alle Gäste dem Treiben von Kurt Dahle am Schlagzeug (er sieht aus wie die menschliche Variante von Dornenschwanz Spike aus dem Disney-Film "In einem Land vor unserer Zeit"), dem Gesang von Kathryn Calder am Piano, dem verstummten Gitarristen Todd Fancey, dem goldigen Getanze von Dan Bejar, dem lehrerhaften Spiel von
John Collins und dem mit geschlossen Augen vorgetragenen Haupttexten von A.C. Newman begeistert zusehen und applaudieren. Ein richtig guter Auftakt mit musikalischen Harmonielinien und charmanter Zurückhaltung.
Danach füllte sich der kleine Hirsch zusehends und man musste sich schon richtig "fett" machen, um seinen spärlichen Platz zu wahren. Das Licht ging aus, das Geschrei war groß, kleine Scheinwerfer gingen an und Maximo Park betrat die Bühne. Nach zwei Songs Zurückhaltung begann das erste Drittel der Halle wild zu tanzen.
Maximo Park mischte neue Songs unter ihre Kracher aus ihrem ersten Album "A Certain Trigger": neben "Signal and Sign", "Graffiti", "Limassol", "Once, a glimpse" und "Kiss you better" spielten sie auch noch die absoluten Giganten "Apply some pressure", "Postcard of a painting", "The coast is always changing", "The night I lost my head" und "Going Missing". Sänger Paul Smith wirkte überrascht über die vielen Menschen vor seiner Bühne und freute sich, dass auf dem dritten Konzert ihrer Deutschlandtour wieder so viele Menschen gekommen sind. Richtig zurückhaltend und irgendwie liebenswürdig stand er auf der Bühne und genoß sichtlich diesen Band. Je länger der Auftritt, desto weiter wurden wir nach vorne gespült und konnten die letzten vier Songs direkt vor der Bühne erleben.
Mit "Going missing" verabschiedeten sich Maximo Park gegen 23.30 Uhr von den Nürnberger Fans. Mit einem sehr guten Gefühl. Man kann jedem nur empfehlen, neben den Kaiser Chiefs auch Maximo Park einmal live zu erleben. Abfeiern pur!
Live erleben. Und noch besser als auf Platte.


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