Freitag, November 25, 2005

Muff Potter im "Alter Stattbahnhof" in Schweinfurt

"Meister Propper" und "Lord Knorke" waren wieder unterwegs! Diesmal ging es am Donnerstagabend nach Schweinfurt. Pünktlichst trudelten wir in der abendlichen Location "Alter Stattbahnhof" ein und klärten mit dem Kassier die Formalitäten ab: Karten zum VVK hinterlegt, Überweisungsbestätigung dabei gehabt, vier Euro günstiger.
Der Stattbahnhof ist eine umgebaute Bahnhofshalle. Klingt groß, ist es aber gar nicht. In die kleine Halle passen womöglich 200 Leute hinein. Dadurch gewinnt Übersichtlichkeit und Atmosphäre.

Mit 45 minütiger Verspätung begann die erste Supportband. Cameran singen englisch, sind allesamt aus dem Schweinfurter Umland und spielten nicht schlecht. Leider hat der Frontmann eine dünne Stimme und konnte nicht allzuviel Druck hinter seine Liedtexte bringen.
Wallace hingegen konnten als Vorband überzeugen - jedenfalls "Propper" und "Knorke". Instrumental wirklich sensationell gute Stücke, abwechslungsreich und druckvoll. Ausufernde Stücke jenseits der 5 Minuten waren die Regel bei ihrem 50 minütigen Set. Leider wurde der Gesang oft durch Geschrei ersetzt; der einzige mögliche Kritikpunkt.

Nach über eineinhalb Stunden Vorbands erklommen Muff Potter die Bühne. Drei alte Tischlampen mit 60er Jahre Lampenschirmen zierten die Boxen und Verstärker und versprühten einen gewissen Flair. Die Halle war nunmehr gut gefüllt und die Stimmung wurde zusehends besser. Da Muff Potter erst neu zu meiner CD-Sammlung gestoßen sind, kannten wir nur wenige Songtexte. Alle Stücke wurden sehr gut präsentiert und man merkte, dass Muff Potter seit 1993 schon knappe 480 Konzerte gespielt haben. Alle auf der Bühne sangen mit, den Hauptgesang teilten sich die beiden Gitarristen zu gleichen Teilen; der Bassist durfte stylisch posen.

"Highlight" des Abends war natürlich "allesnurgeklaut" von ihrem neuen Album "Von wegen". "Nichts als Schall, nichts als Rauch. Kopf oder Zahl? Arsch oder Bauch?". Wir waren begeistert. Das Set wurde zweigeteilt und manche Gäste interpretierten den zweiten Teil bereits als Zugabe. Nachdem wir uns schon wieder bekleidet hatten und das Licht in der Halle wieder angemacht wurde, kamen Muff Potter noch einmal auf die Bühne und legten 15 Minuten oben drauf. Sehr sympatisch.

Die Überraschung schlechthin erwartete uns vor der Halle: es hatte in der Zwischenzeit ununterbrochen geschneit und ich war sehr froh, dass ich meine Sommerreifen seit Montag eingemottet hatte. Knorke und ich tuckerten mit knappen 80 km/h auf der Autobahn nach Hause und brauchten statt 45 Minuten gute 70 bis Bamberg.

Gute Leistung für wenig Geld. 10 Euro für 3 Bands.