Donnerstag, Dezember 08, 2005

Nobelpreisträger Harold Pinter und seine berechtigte Kritik an der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika

Literaturpreisträger Harold Pinter, dem in diesem Jahr diese Ehre zuteil wurde, sparte in seiner Dankesrede nicht an Kritik an der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Rede wurde heute veröffentlicht und wurde am Abend der Nobelpreisverleihung per Video den anwesenden Gästen vorgespielt.

Pinter formulierte seine These, dass "die politische Rhetorik den Bürger verdumme und ihm die Wahrheit vorenthalte" und begründete diese wiederum an dem Vorgehen der USA, die Pinter mehrere systematischer Verbrechen in aller Welt beschuldigt. "Amerika zerstöre souveräne Staaten mittels Korruption und verdeckter Gewalt", sagte Pinter und verwies auf vergangene Konflikte der USA mit verschiedenen Ländern: Indonesien, Griechenland, Uruguay, BRasilien, Paraguay, Haiti, Türkei, Philippinen, Guatemala, El Salvador und Chile. "Die Schrecken, die Amerika Chile 1973 zufügte, können nie gesühnt werden. In diesen Ländern hat es Hunderttausenden von Toten gegeben. Hat es sie wirklich gegeben? Sind sie wirklich alle der amerikanischen Außenpolitik zuzuschreiben? Die Antwort lautet ja", so Pinter in seiner Rede.
Als zusätzliche Erklärung von mir: die USA unterstützte nach dem Selbstmord des damalaigen chilenischen Präsidenten Allende das darauffolgenden Militärregime, angeführt von General Augusto Pinochet.

Weitere Ausführungen von Harold Pinter könnt ihr auch hier nachlesen.

Niemals die Augen vor der Vergangenheit verschließen. Und trotzdem im Hier und Jetzt leben.