Montag, Dezember 26, 2005

Suedamerika Teil 1: Lima, die Hauptstadt Perus

Weihnachten einmal ganz anders: Mareike und ich haben nach meiner Ankunft in Lima die ersten Tage in Lima verbracht. Lima hat offiziell 8 Millionen Einwohner, wobei mit den umliegenden Slums und Landfluechtlingslagern locker 11 Millionen "limeños" zusammenkommen.

Der "plaza mayor" im Zentrum Limas besteht aus vielen kolonialen Bauten und einigen Kirchen, die zahlreiche Erdbeben ueberlebten. Mit einem der vielen Kleinbusse sind wir von "Miraflores", einem sehr schoenen Stadtteil Limas direkt an der Westkueste Perus, die "Avenida Arequipa" entlang gefahren und haben zum ersten Mal "aermlichere" Bezirke gesehen - allerdings nichts gegen die Slums ausserhalb der Stadt.

(Plaza de Armas im Zentrum von Lima; Quelle: http://www.virtualperu.net/images/cities_lima_plmayor_crook.jpg)

Auch in Lima trennt ein Fluss die arme Bevoelkerung von der nicht so armen Bevoelkerung. Aus abgenutzten Boxen plaerrt uns "Gasolina" entgegen; ein Lied, dass selbst in Deutschland auf Platz vier der Charts in diesem Sommer vordringen konnte. Ich trinke eine "Inka Kola", einer der wenigen Konkurrenten von Coca Cola. Um genau zu sein: Coca Cola hat auch diese Firma aufgekauft. Doch die Peruaner sind stolz auf ihr Getraenk und auf vielen Tischen steht das gruene Gesoeff. Es schmeckt wie eine Mischung aus Hubba-Bubba und Zucker :-)

Mit einem Bus fahren wir auch wieder in unser Stadtviertel zurueck. In Lima fahren nahezu nur Kleinbusse und Taxen. Jeder, der ein eigenes Auto hat, muss aufpassen, dass es ihm nicht unter dem Hintern wegrostet. Gebrauchtwagen sind hier hoch im Kurs, vor allem wenn sie schon auseinander fallen und mindestens zehn Schrammen haben.

(Blick aus unserem Hotel in Miraflores)

"Miraflores" ist der krasse Gegensatz zu "Central Lima". Dieses wird von amerikanischer Bauweise aus den 70er Jahren bestimmt. Seht euch mal alte amerikanische Serien: die Hotels auf Acapulco oder Hawaii sehen genauso aus wie die scharz gerusten Hotels in Lima Innercity. Das tolle Sheraton, weltweit fuer seine fuenf Sterne bekannt, ist pechschwarz. Gesundheitsbewusste Menschen wuerden wohl eine Schutmaske tragen, damit nicht alle Abgase ungehindert in die Atemwege dringen. Ein bisschen erinnert mich Lima in diesem Bezirk auch an Osteuropaeische Staedte wie Budapest und/oder Bukarest. Der Baustil ist aehnliche, der Zustand der Haeuser ebenfalls. "Heruntergekommen" wuerde den Zustand beschoenigen.
Dagegen ist Miraflores" wunderschoen und idyllisch am Meer gelegen. Durch ein gutes Hotel fuer 20 $ die Nacht haben Mareike und ich einen "ungewohnten" Komfort, den wir auf dem Rest unserer Reise nicht allzu oft haben werden: taeglich wechselnde Handtuecher und Bettwaesche, Klopapier und warmes Wasser. Fuer den Anfang meiner Tage in Peru sicherlich gut.

Weihnachten einmal anders: ein Caffe Latte und ein Cappucino um 21.00 Uhr am Weihnachtsabend in dem letten geoeffneten Bistro direkt an den Klippen ueber der Kueste. Ein abendlicher Spaziergang durch den Bezirk und einige Familien, die Weihnachten tatsaechlich sichtbar feiern. Und ueberall wird "Feliz Navidad" und vergleichbare Gassenhauer der Weihnachtszeit gespielt - natuerlich auch "White Christmas", welche es in Peru sicherlich nur in den Anden geben wird.

Lima - ein pulsierender Moloch, der seine schoenen Seiten hat. Und ganz anders als europaeische Staedte.