Sonntag, Januar 08, 2006

Suedamerika Teil 4: "colectivos" oder der normale Wahnsinn im Stadtverkehr

Die einfachste und guenstigste Art, von A nach B zu kommen, sind die "colectivos". Bekannt in Deutschland von Lehrerfamilien, die sich und ihre vier Kinder in eine kleine, japanische, unfoermig aussehende Blechkarosse quetschen.

Asiatische Autos sind in Peru weit verbreitet; vor allem Minibusse. In diese passen 10-15 Personen, was man diesen Alleskoennern von aussen nicht ansieht - und von innen immer noch nicht glaubt. Dafuer kann jeder, der sich einen solchen Minibus leisten kann, sich fuer eine bestimmte Route registrieren lassen und damit die zahlende Kundschaft an einen beliebigen Punkt auf dieser Route bringen kann. Kostenpunkt der Fahrt: 60 Centimos, umgerechnet etwa 15 europaeische Cent.

Am Lenkrad haengt immer ein Gewebeband, da es sein kann, dass man waehrend der Fahrt irgendetwas an dem schon sehr alten Minibus kleben muss. Meistens sind auch die Tachos schon defekt und zeigen weder die Geschwindigkeit (man will sie in den schmalen Gassen und dem halsbrecherischen Fahrstil der Fahrer eh nicht wissen) noch die verbleibende Benzinmenge an. Ab und an musste ein colectivo auch kurzgeschlossen werden, da der Zuendschluerssel abgebrochen war oder sich der Minibus nicht anders starten liess.

Moechte man abbiegen: einfach Hand raus. Wozu braucht man einen Blinker, dieser wird eh ueberschaetzt! Und wenn wir schon bei Verkehrsregeln sind: es gibt zwar Ampeln und Vorschriften, aber es langt ein kurzes Hupen, um anzuzeigen, dass man ueberholt oder einfach ohne zu kucken ueber eine viel befahreren Kreuzung faehrt.

In den Taxis, die wesentlich teurer sind, aber einen auch an den gewuenschten Ort bringen, wenn man keine Ahnung hat, wo dieser in der Stadt liegt, sieht man das komplette Gegenteil: Fahrer mit Krawatten und Hemd und Platz im Auto. Dafuer muessen diese Fahrer wirklich die Strassen der Stadt kennen, da sie sonst sich in dem Einbahnstrassensystem der Staedte hoffnungslos verlieren wuerden.

colectivos: Thrill fuer ein paar Cents.