Suedamerika Teil 9: La Paz-Oruro-Uyuni mit Bus und Bahn
Von La Paz aus wollten wir nach Uyuni reisen, um uns den groessten Salzsee der Welt, den Salar de Uyuni, anzusehen. Uyuni selbst ist unansehnlich und mit 12.ooo Einwohner sehr klein. Gepraegt von vielen kleinen Hostals und "unendlich" vielen Pizzerias!
In La Paz liessen wir uns mit dem Taxi an den Bus Terminal bringen. Die Bustickets bis nach Oruro hatten wir schon per Voucher gekauft und mussten nur noch unsere richtigen Tickets abholen. Alles lief glatt. Lediglich der Ticketbeamte wollte uns noch 20 Bolivianos extra abluchsen, da er meinte, man muesse fuer das Gepaeck extra zahlen. Verwundert, aber nach unseren zahlreichen Busreisen selbstsicher genug, hakte Mareike mehrmals nach und ploetzlich durfte unser Gepaeck doch kostenfrei mit uns reisen.
Nach drei bis vier Stunden kamen wir in Oruro an, einem verlassenen und staubigen Wuestenkaff, welches nur eine Besonderheit bietet: einen Bahnhof. Das Streckennetz in Bolivien war einmal richtig gut, doch durch Ueberschwaemmungen und Erdrutsche sind viele Gleise unterspuelt und die Regierung hat kein Geld, das Netz zu erneuern. Einer der wenigen verbliebenen Strecken ist die Verbindung Oruro-Uyuni.
Sieben Stunden in bequemen Zugsitzen, die man sowohl in Fahrtrichtung drehen konnte als auch nach hinten verstellen konnten. Ein Fernseher in jedem Abteil mit amerikanischen und japanischen Filmen (Jackie Chan in einem seiner ersten Filme; Verrueckt nach Mary) vermittelte einem ein angenehmes Reisegefuehl. Dazu noch ein Schaffner, der alle zwei Stunden den Flur fegt und mit Raumspray einen etwaigen "Geruch" uebertuenchte. Einmal pro Stunde wurden uns dann warme Speisen aus dem Speisewagen und frische Getraenke angeboten. Service pur.
Ein Teilstueck der Strecke fuehrte direkt durch ein Wasserreservat und an an beiden Fensterfronten konnte man Flamingos sehen, von denen wir im Laufe unsere Weiterreise nicht mehr "fliehen" konnten. Gemuetliches Reisen, um einiges besser als Busfahren, dafuer aber nur unwesentlich teurer: 52 Bolivinaos pro Person (etwa 7 Dollar). Fuer eine Busfahrt haetten wir mindestens 40 Bolivianos zahlen muessen.
Auf dieser Fahrt erlebten wir noch zwei Australier, die sich in ihrer Beklopptheit abwechselten: in jedem Satz kam mindestens 6 Mal das Wort "Yeah!" als Bestaetigung einer Geschichte oder einer Aussage vor. Die ganze Fahrt lang! Uns verfolgte dieses Wort sogar bis in die erste Unterkunft in Uyuni: wir erwachten durch ein lautes "Yeah".
Im Speisewagen konnte wir dieser Hoerbelaestigung fuer eine gute Stunde entgehen und konnten fuer kleines Geld (nur unwesentlich teurer als in einem Tourirestaurante) ein gut zubereitetes Essen geniessen. Wir beobachteten den Sonnenuntergang und fuhren durch die sich ausbreitenden Dunkelheit.
Gegen 22 Uhr kamen wir in dem hellwachen Nest Uyuni an und wurden sofort von Hostalvermittlern umlagert. Einem gaben wir nach und bezogen ein niedliches kleines Zimmer fuer sehr guenstige 30 Bolivianos und einem "shared bathroom" auf unserer Etage. Noch am selben Abend informierten wir uns ueber eine moegliche Tour und trafen Antje und Urs (wir kennen seinen Namen nicht, aber er ist Schweizer; der Name sollte also passen) von der Yungas-Tour wieder. Doch sie buchten eine 4-Tages-Tour gleich fuer den naechsten Tag. Wir machten noch einen Tag Pause und fuhren, mit viel Schlaf gestaerkt, in unser kleines Abenteuer.
Zugfahren kann billig und bequem sein. Und puenktlich.



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