Samstag, Februar 04, 2006

Suedamerika Teil 12: Die letzten Tage in Bolivien

In La Paz bereiteten sich alle bereits auf das Highlight des Fruehjahrs vor: die Amtseinfuehrung des neuen Praesidenten, Evo Morales. Morales ist der erste indigene Präsident Suedamerikas. Vor allem die Indigenas verbinden mit seinem Amtsantritt ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft.

Wir kamen morgens in La Paz und wurden von Jasmin und Christian aus der Schweiz begleitet. Wir uebernachteten in einem neuen Hotel, welches erst vor zwei Wochen eroeffnet wurde. Wir wollten umbedingt noch zwei Touren von La Paz aus machen.

Nach Tiwanaku fuhren wir etwa 90 Minuten mit einem colectivo und mussten dann noch etwa 15 Minuten zu einem abgesperrten Areal laufen. Der Eintritt war verdammt hoch und letztendlich ueberteuert, auch wenn man damit sowohl in die Anlagen von Tiwanaku, das Museum und ein weiteres Areal durfte. Was dem Auge geboten wurde, war allerdings sehr duerftig. Mareike und ich nahmen es mit Humor und suchten auf der Karte unseres Reisefuehrers die verschiedenen "Sehenswuerdigkeiten". Diese waren so klein, dass man sie fast uebersehen konnte. Die Enttaeuschung des Urlaubs!

Einen Tag spaeter buchten wir eine Tour in das Valle de Luna und auf den Chakaltaya-Gletscher. Mit an Bord waren unsere beiden Schweizer, eine weitere Deutsche und drei Brasilianer. Unser Guide Fred erklaerte uns alles bilingual, auf spanisch und englisch. Fred war ein Entertainer, der zwischendurch mit der Deutschen flirtete ("Are you married?") und uns in einem unverwechselbaren Englisch die verschiedenen Felsformationen im Mondtal erklaerte. Die Brasilianer schienen erst recht abwesend und sprechen immer miteinandern, selbst wenn Fred etwas erklaeren wollte.
Highlight dieser Tour war der Chakaltaya mit dem höchstgelegenen Skiressort der Welt. Wir ueberquerten zum zweiten Mal die 5.000 Meter. Mit dem Bus kamen wir auf 5.300 Metern an und sahen uns die Liftstation samt Café an. Danach hatten wir zwei Stunden Freizeit und erklommen den kleinen Anstieg zur Liftstation Nummer zwei. Wir merkten alle die Hoehe und unterschaetzten die Sonne, was sich spaeter in unserem Gesicht bemerkbar machte.
Auf knappen 5.400 Metern konnte wir dann auf den kleinen Abfahrten zwischen den herausragenden Felsen Skianfaenger beim Pflugfahren beobachten. Kalt war uns nicht, nur der einsetztende Schneefall beeintraechtigte unseren Abstieg zum heissen Kakao im Café.

Nachmittags kamen wir wieder in La Paz an und mussten uns auf leichten Nieselregen und erbitterte Kaelte einstellen. So gingen wir auch abends mit doppelte Montur ins Bett, um nicht gaenzlich zu verkuehlen.

Am Tage unserer Abreise nach Chile fand die Amtseinfuehrung von Evo Morales statt. Unsere beiden Schweizer blieben noch und haben uns dann spaeter von dem Event erzaehlt. Wirklich verpasst haben wir zwar nichts, doch wir verliessen La Paz - damit auch Bolivien - mit Wehmut: wunderbare drei Wochen lagen hinter uns in einem beeindruckenden Land mit vielen Moeglichkeiten, die nur von der Bevoelkerung ausgenutzt werden muessen; und eben nicht von den westlichen Staaten.

Goodbye Bolivia, Hello Chile.