Montag, März 20, 2006

Die ersten beiden Uniwochen...

...werden endlich auch mit schönem Wetter begleitet. Sonnenschein und 11 Grad hat es heute. Nach den letzten kalten Tagen und einer fetten Grippe, geht es wieder aufwärts.

Meine Fächer sind ausnahmslos gut und interessant. Titel wie "Internationale Filmgeschichte", "Theater nach dem Holocaust" oder "Die Zukunft des (Radio-) Hörens" klingen nicht nur fein, sondern lohnen sich auch zu besuchen. Die Professoren sind regelrecht motiviert, ihren Stoff zu vermitteln und lassen sogar Mitbestimmung zu.

Dafür kann es bei den "Historischen Grundfächern" am Campus schon mal die ein oder andere Rangelei um einen Sitzplatz geben. In dem größten Saal der Uni passen 800 Studenten hinein - allesamt Sitzplätze. Leider wollen aber gute 1000 Studenten die Vorlesung besuchen. Manche kommen geschlagen 45 Minuten vor der Vorlesung und sitzen ihren Platz schon einmal warm. Na ja, die Steintreppen sind geputzt und mit einem mitgebrachten Wärmekissen friert man sich auch den Steiß nicht ein. Wem's gefällt!?

Die Raumproblematik ist in sofern etwas delikat, da man für ein Semester 380 Euro locker macht und dann auch Erwartungen an die Uni stellt. Die Auswahl der Veranstaltungen ist groß und man findet für jeglichen Geschmack ein Seminar/eine Übung/eine Vorlesung. Nur ab und an fehlt der Platz an der wunderschön alten Uni Vienna. Ich würde mir wünschen, dass mein Studienbeitrag definitiv für neue und/oder größere Räumlichkeiten ausgegeben wird - damit ich eben keine 45 Minuten vorher da sein muss, um sitzen zu können.

Ansonsten hat die Uni Wien natürlich auch Vorzüge: internationale Beziehungen werden hier großgeschrieben, eine unglaublich große Vielfalt an Studiengängen, dazu in den jweiligen Studiengängen eine große Auswahl an Vorlesungen/Veranstaltungen und und und. Nicht zu vernachlässigen: Wien ist eine Hammerstadt, mit kulturellen Vorzügen par excellence, vielen Theatern und Kinos und einer unglaublich großen Kultur- und Künstlerszene!

Mit meiner Entscheidung für Wien habe ich genau das Richtige getan und selbst wenn Wien keine Studentenstadt ist, fühlt man sich nach den ersten Tagen an der Uni nicht allzu sehr verloren. Eines muss man aber sein: aufgeschlossen und kontaktfreudig. Leute kennenzulernen ist hier schwieriger als z.B. in Bamberg, da es keine speziellen Feierlichkeiten wie "Erstsemesterparty" oder "Semester-Start-Up". Dafür organisiert man sich innerhalb der Lehrveranstaltungen zumeist in Gruppen und kann so die ersten zarten Kontakte knüpfen.

"Hier sind ja bestimmt viele Studenten aus Wien!?"
- Alle Anwesenden schütteln den Kopf. In Wien leben: schön und gut. Aber wer will schon aus Wien sein?