Samstag, April 29, 2006

Alfred Dorfer im Audimax in Wien

Ich tauche immer tiefer in die österreichische Kultur ein und besuchte heute Abend einen der Vorzeigekabarettisten der kleinen Alpenrepublik: Alfred Dorfer. Leider teilt keiner mein Interesse für solche Veranstaltungen, so dass ich mich alleine (schnief) ins Audimax der Uni aufmachte.


Die Veranstaltungen war ausverkauft, so dass bis kurz vor 20 Uhr schon alle Sitze belegt waren. Kurz nach dem Programmbeginn stürmten dann noch ein paar Schüler in den Saal, und Herr Dorfer forderte sie freundlich auf, doch zu ihm in die erste Reihe zu kommen.

Dorfer, unter anderem bekannt aus dem Film "Indien" mit Josef Hader, mixte verschiedene Elemente der Komik und des Kabarett. Sowohl Tagesaktuelles vom BAWAG-Skandal bis zur Bildungsmisere, weiter mit einem Streifschuss nach Deutschland ("Wir Österreicher sind ja bekannt, dass wir Schwellenländer in unserer Umgebung gerne unterstützen! Des wegen nehmen wir auch jährlich 50.000 Deutsche bei uns auf, damit sie die Jobs machen dürfen, die Türken nicht mehr machen wollen!") bis hin zu Geschichten aus seiner Kindheit - die er mit seinen vier Persönlichkeiten auf dem heimischen Klo verbrachte - vermischte Dorfer auf der Bühne.


Begleitet wurde er durch eine Drei-Mann-Band, aus der vor allem der junge, hagere Kerl mit den roten Haaren herausstach, der in Österreich schon aus mehreren Dorfer-Programmen bekannt war, mir aber namentlich nicht bekannt ist. Er war einer der Highlights des Abends.

Das Programm war abwechslungsreich, kam mir doch kurz vor, wobei mich am meisten die 25-minütige Pause nach 50 Minuten Auftritt störte. Entweder es lag an meiner nicht vorhandenen Begleitung und die daraus resultierende Schweig- und Stillephase oder es lag schlichtweg daran, dass nach 50 Minuten Programm 25 Minuten Pause zu lang waren.

Kurz um: es gefiel mit phasenweise, überzeugte mich aber nicht über die gesamte Dauer. Gut ist Alfred Dorfer allemal, besser als viele sowieso.

Am Montag kann ich dann den direkten Vergleich ziehen: Josef Hader spielt nach 10 Jahren ein neues Programm und kommt hierzu erneut ins Audimax. Ob er eine Zugabe spielen wird oder nicht, dass wusste selbst Alfred Dorfer nicht.

"Die alten Griechen waren überzeugt, dass Wissen im Sperma übertragen wurde. Da könnt ihr euch ja vorstellen, was am Ende des Semesters für Prüfungen anstanden!" Alfred Dorfer