Freitag, April 28, 2006

April, April!

Der Himmel ist Wolken verhangen und grau. Regen prasselt auf die Strasse und die Köpfe der Menschen hinab. Wien hüllt sich in ein schmuckloses, nebelartiges, schmutziges Etwas. Da bleibt einem nur die "Flucht" in die Bibliothek der Fakultät: Texte kopieren, Bekannte treffen, das schlechte Wetter nicht sehen.

Doch selbst an einem grauen Tag wie heute kann man mitunter schöne Ecken Wiens erkennen und entdecken. Nahe dem Schwedenplatz schlängeln sich kleine Gassen hinauf zum Stephansplatz und verraten etwas mehr von Wiens besonderem, teilweise morbidem Charme.

(Erinnerungen an kleine Gassen in Bamberg: Schwedenplatz im 1. Bezirk)

Lokale kulinarische Genüsse ziehen aus den Gaststuben auf die Strasse und umhüllen die Sinne der vorbeilaufenden Touristen. Ein kurzer Blick auf die Preistafel, ein kurzes Gespräch mit dem Partner und schon entschwinden wieder zwei Besucher in eines der zahlreichen Lokale rund um den 1. Bezirk.

(Bei schönem Wetter sind Wiens Gassen mit manchen Passagen in Barcelona vergleichbar)

Der Regen tröpfelt nur noch langsam auf das Kopfsteinpflaster hinab. Der Magen knurrt ob der leckeren Gerüche und Bilder von schmackhaften Speisen erscheinen vor dem geistigen Auge.

Das Handy klingelt und reisst manche aus ihrer Schwärmerei heraus. Die nächste U-Bahn fährt bereits, die Zeit des Tages läuft langsam ab. Nette Promoter von Colgate und Greenpeace sprechen jeden an, der nur annäherend normal aussieht. Eine alltägliche Situation, die die Wiener nur mit einem Satz begegnen: "Hab ich schon!" oder "Ich bin schon Mitglied!"

Die Sonne bricht sanft durch die Wolken hindurch und tastet sich langsam vor. Ein Lächeln huscht über die Gesichter dieser Stadt. "Dieser wechselhafte April!", und die Rolltreppe fährt hinab, unter die Erde...