Donnerstag, Mai 25, 2006

Aktuelle Filmbesprechungen

Lord of War

Ein bitterböser, zynischer, schwarzer und ehrlicher Film über die Waffengeschäfte auf dieser Welt. Nicolas Cage spielt den Waffenhändler Yuri Orlov so stark und wirkt zusätztlich durch seine Stimme aus dem Off so präsent wie selten zuvor in einem Film.

Lord of War gilt als einer der Film eines "New Hollywood", die sich mehr denn je kritisch mit aktuellen Themen der Welt und der Mitverantwortung der USA auseinandersetzt.

(Kurz vor einem Massaker verkauft Orlov Waffen an den Warlord in Mosambik)
Quelle: amnestyusa.com


Darüber hinaus brillieren in diesem Film Jared Letho als Orlovs Bruder, der im falschen Moment genau das Richtige unternimmt, und Ethan Hawke als FBI-Agent, der erkennen muß, wie tief seine Vorgesetzten in die Geschäfte verwickelt sind.

Das Ende ist ehrlich und kommt ohne eine Versöhnung aus: die Welt ist erbarmungslos und die westlichen Staaten bereichern sich am Tod in Afrika. Punkt.


16 Blocks

Böse Zungen behaupten, dass der Film nur aus einem Grund sehenswert sei: Bruce Willis war noch nie so dick und häßlich wie in 16 Blocks. Man wird dem Film dadurch nicht gerecht, aber viel mehr bietet er dem geneigten Zuseher auch nicht.

Die Story ist schnell erzählt: ein Cop (Bruce Willis) muss einen Gefangenen (Mos Def) zu einer Gerichtsverhandlung bringen. Das Justizgebäude ist nur 16 Blocks entfernt. Auf dem Weg kommt es zu zahlreichen Komplikationen.

(Bruce Willis und Mos Def flüchten auf dem Weg ins Justizgebäude)
Quelle: joblo.com


Mos Def, der seine Schauspielerqualitäten in "The Italien Job" und "The Woodsman" unter Beweis gestellt hat, darf in diesem Film reden, reden und nochmals reden. Er quasselt seinem Gegenüber das Ohr ab.

Das Ende ist (leider) hollywoodlike: (fast) alles wird gut und jeder fühlt sich besser.


The Da Vinci Code - Sakrileg

Das drittbeste Startergebnis der Filmgeschichte! Damit setzte Dan Browns Literaturerfilmung unter der Regie von Ron Howard eine Duftmarke. Mehr als ein unterhaltsamer Film kommt dabei allerdings nicht heraus.

Was nicht weiter schlimm ist, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Die 152 Minuten kamen mir stimmig und durchaus flüssig erzählt vor. Längen kamen nur selten auf.

(Hanks und Tatou kommen sich näher. Mehr als ein Kuss auf die Stirn wird ihnen nicht erlaubt)
Quelle: cbsnews.com


Ian McKellen als Sir Leigh Teabing ist ein absoluter Gewinn für den Film und spielt heraussragend gut. Tom Hanks hingegen wirkt steif und schafft es, den gesamten Film mit einem Gesichtsausdruck auszukommen. Ein Kunststück, welches vorher womöglich nur Sylvester Stallone in dieser Präzision gelungen ist. Zu guter Letzte die holde Maid der Geschichte: die bezaubernde Audrey Tatou, die robust zuschlägt und in den wichtigen Momenten doch noch erweicht.

Das sie nicht sonderlich von der Erkenntnis des Films geschockt ist, macht den Film und ihre Darstellung wiederum unglaubwürdig bis in den hintersten Winkel der Filmgeschichte.

Ein Film, basierende auf einem Buch: viele Regisseure scheiterten daran. Das diese Kombination immer erfolgsversprechender wird, konnte man bereits an der absolvieten "Herr der Ringe"-Triologie und der anlaufenden "Wächter der Nacht"-Triologie erkennen.

Auch wir können uns schon auf den zweiten Teil aus Dan Browns Schatzkiste freuen: "Illuminati", der erste Roman von Brown und sein angeblich bester soll als nächstes verfilmt werden. Mit Tom Hanks. Hoffen wir auf das Beste.

Kaufempfehlung: Lord of War auf DVD.