Montag, Mai 01, 2006

Josef Hader im Audimax in Wien

Heute Abend folgte der zweite kabarettistische Höhepunkt: Josef Hader spielte im proppevollen Audimax sein neues Programm "Hader muss weg".


Um kurz nach 20 Uhr betrat Herr Hader den Saal und musste sein Mirkofon ausrichten, nachdem das eigentliche Mirko am gestrigen Auftritt den Geist aufgab. Nach einer kurzen Unterhaltung mit seinem Techniker auf der Bühne verschwand er mit diesem in den Technikerraum. Die nächsten 10 Minuten hörte man lediglich die Konversation der beiden, dann schalteten sie "aus Versehen" eine Kamera ein, so dass man sie bei ihrem Gespräch auch sehen konnte.

(Foto von http://lukasbeck.com/hader-muss-weg5.htm)

Alles gehört bereits zu dem Programm. Hader spielte diesen Part mit seinem Gegenüber so gut, dass die Situation auch zufällig entstanden sein konnte. Nach dem Klingeln für den eigentlichen beginn seines Programms betrat Josef Hader unter viel Rauch und Musik die Bühne.

Für seinen Auftritt entwarf Hader sieben Persönlichkeiten, die sich an diesem Abend über den Weg laufen sollte. Hader, der Kabarettist, musste für das Mikrofon noch Batterien holen. Auf dem Weg zu einer Tankstelle traf er einen Fan, telefonierte mit dessen Freundin und liess sich von diesem zur nächsten Tankstelle fahren.
Auf dem Weg verunglücken die beiden und Hader ist dem Tode nahe. Er trifft in einer verlassenen Gebrauchtwagenverkäufergegend den Tankstellenbesitzer und wird...

...mehr darf man nicht verraten.

(Werbeplakat von der Agentur Hoanzl)

Hader spielt diese Rollen in einer ungewöhnlichen Perfektion und mit seinem ihm so eigenen Gestus. Alleine schon die Interpretation eines Falco-ähnlichen Klavierspielers ist der reinste Wahnsinn. Unglaublich, sehenswert und phänomenal.

Zwischen einzelnen Passagen arbeitete Hader mit Musik von Bloc Party und einer Videoprojektion seiner Gesichtsausdrücke. Alles floss ineinander über, jede Person wurde mit der Anderen verwoben und es machte Spaß, diesem Ausnahmekünstler bei seiner Berufung zuzusehen.

Um 22.45 Uhr schloss Hader sein Programm nach minutenlangem Beifall. Eine Zugabe gab es übrigens nicht. Alfred Dorfer hatte dies am Samstag bereits angekündigt, wohl wissend um das Programm von Hader. Eine Zugabe wäre unpassend gewesen, da das von Hader geschrieben Stück in sich schlüssig ist und keine Erweiterung benötigt.

(Foto aus seinem letzten Film "Silentium" mit Joachim Kròl)

Kurz um: ein sehr gelungener Abend mit einem ausgereiften Stück. Hader hat zehn Jahre lang sein Programm "Privat" gespielt und macht sich mit "Hader muss weg" zu neuen Ufern auf. Er verbindet noch mehr Kabarett mit seinen Schauspielkünsten. Respekt.

Empfehlung des Jahres. "Hader muss weg" muss man gesehen haben.

Sichert euch Tickets für den 20.05.2006 oder den 21.05.2006 in Nürnberg unter 0911-2314000. Alle weiteren Termine findet ihr hier.