Sonntag, Januar 08, 2006

Suedamerika Teil 3: Arequipa, die weisse Stadt

Die Hauptstadt Arequipa des gleichnamigen Departemento liegt auf 2353 Meter Hoehe und beherbergt ueber eine Million Menschen. Wie auch in Lima gibt es um die eigentliche Stadt eine weit in die Steinwueste reichende Slumsiedlung, die noch einmal etwa eine Million Menschen ein "Zuhause" gibt. Unvorstellbar (dazu mehr in meinem naechsten Bereicht ueber den Schultag).

Umgeben wird Arequipa von drei Vulkanen: dem 5822 Meter hohen Misti, dem immer schneebdeckten und 6057 Meter hohen Chachani und dem 5664 Meter hohen Pichu Pichu. Durch die Naehe der immer noch aktiven Vulkane werden angeblich taeglich bis zu 20 Erdbeben registriert. Wir bemerkten davon zwar nichts, was unseren Eindruck der Stadt aber nicht minderte.

Arequipa fuehlte sich fuer mich europaeisch an und ist tatsaechlich sehr untypisch fuer Peru. Der Plaza bildet auch hier den Mittelpunkt der Stadt. Umgeben ist dieser an einer Seite von einer schoenen Kirche; an den anderen Seiten stehen zweistoeckige Torboegen, in denen man gemuetlich essen kann und dem Treiben rund um den Plaza zusehen kann.

(Arequipas Plaza bei Nacht; Quelle: http://www.ecuaworld.com/peru/arequipa.html)

Warum "die weisse Stadt"? Arequipa ist aus Sillar, einem hellen Vulkanstein erbaut und viele der noch heute existierenden Bauten sind genau in diesem Sillar gut erhalten.

Eine der Besonderheiten ist das Kloster Santa Catalina, eine Stadt in der Stadt, in der man keinen einzigen Ton der pulsierenden Stadt bemerkt. Lediglich das Zwitschern der Voegel und das Sprachengewirr einzelner Touristen ist zu hoeren. Im Stile der maurischen Architektur entstand ein Kloster fuer 150 Nonnen und 400 Dienstmaedchen, in dem heute noch etwa 30 Nonnen leben.

Arequipa ist auf dem Weg nach Bolivien eine gute Zwischenstation, um die merklich ansteigenden Hoehenmeter gesundheitlich gut zu meistern. Lima liegt auf Meereshoehe, Arequipa auf 2400 Metern und La Paz auf guten 3600 Metern. Zeit zur Eingewoehnung.

Arequipa bietet vor allem auch gutes Essen, unter anderem cui (Meerschweinchen) und weitere Spezialitaeten der peruanischen und arequipeñischen Kueche. Europaeische Kueche sollte man vermeiden, da die Nudeln wirklich nie "al dente" sind und man einfach bei dem bleiben sollte, was die Arequipeñas kochen koennen. Dann schmeckt es auch einfach fantastsch.

Eine kleine Besonderheit zum Schluss: alle Arequipeñas (ausser denen, die in den Slums wohnen) haben neben ihrem peruanischen Pass auch einen speziellen arequipeñischen Pass. Sie fuehlen sich besonders und kultivieren dies auch ueber ihre Stadtgrenzen hinaus. Viel Argwohn bekommen sie hierfuer vom Rest Perus, aber ihr Selbstbewusstsein ist gross genug.

La Ciudad Blanca: immer eine Reise wert. Egal, fuer wie lange.